Kostentreiber in der Krankenversicherung „In Deutschland wird gern die eine oder andere Untersuchung zusätzlich gemacht“

Die Sporttherapeutin Dorothee Marietta Dreßler leitet in einem Seminarraum einen Rücken-Kurs.
Die Sporttherapeutin Dorothee Marietta Dreßler leitet in einem Seminarraum einen Rücken-Kurs. © dpa/picture alliance

Allein für die Behandlung von Rückenschmerzen gibt die Allianz pro Jahr einen dreistelligen Millionenbetrag aus. Warum sie das ineffizient findet, erklärt Birgit König, Chefin der Allianz Privaten Krankenversicherung im Interview.

15.05.2017 14:04  Drucken

Was der größte Kostentreiber in der privaten Krankenversicherung sei beziehungsweise wofür man als PKV-Anbieter unnötigerweise viel Geld ausgeben würde? Diese Frage beantwortete Birgit König, Chefin der Allianz Private Krankenversicherung in einem Interview mit dem Tagesspiegel. Die Managerin bemängelte, dass man bei Problemen wie unspezifischen Rückenschmerzen immer gleich „die gesamte Gerätemedizin“ anwerfe. „Oft verschwinden solche Beschwerden schnell wieder ganz von selbst“, so König.

Trotzdem gebe die Allianz jedes Jahr einen dreistelligen Millionenbetrag allein für die Behandlung von Rückenschmerzen aus. König: „Das Geld für die Behandlung könnte man sich sparen und dennoch wären die Patienten optimal versorgt.“
In Deutschland sei es ihrer Erfahrung nach üblich, „gern noch die eine oder andere Untersuchung zusätzlich“ zu machen, um auf Nummer sicher zu gehen. Das sei übrigens ein Vorgehen, das sowohl gesetzliche als auch private Krankenversicherung betreffe.

Was Birgit König im Tagesspiegel-Interview zu den Themen Bürgerversicherung, Belohnung einer gesunden Lebensweise und Beitragsanpassungen antwortete, lesen Sie hier.

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