Ergänzende Anmerkung zum Pfefferminzia-Artikel, „Honorarvereinbarung wegen Sittenwidrigkeit für unwirksam erklärt“, hat Finanzberater Percy Grüterich seinen Gastkommentar betitelt – das war es dann aber auch schon mit der nüchternen Sprache. Lesen Sie im Folgenden seine Einschätzungen zum Thema.

Super Beispiel für ein aktuelles Thema – und wie man es nicht machen sollte. Da tobt ein Meinungskampf in Deutschland umrahmt vom sowieso undurchsichtigen Gesetzes-und Regelungen-Gewirr: Die Vertriebsrichtlinie IDD steht an, der Verbraucherschutz fordert Honorarberatung ein, die Lobby der Versicherer ist natürlich dagegen, Makler haben unterschiedliche Meinungen.

Vieles basiert nur auf einem Bruchteil der tatsächlichen Fakten und Stimmungsmacher in unseren eigenen Reihen nutzen Kanäle wie Facebook, um den einen Weg hoch zu heben und den anderen kaputt zu reden. Immer wieder bekommen wir erzählt, „es gäbe keine Tarife“, „der Kunde zahlt nicht für Beratung“, „die Deutschen sind noch nicht bereit für Honorarberatung“! Und ich werde nicht müde zu sagen, „doch, die Menschen sind offen für neue Wege, die Frage ist nur wie Ihr diese erklärt und was Ihr bietet“! Gründe dafür gibt’s genug.

„Mir platzt der Hals wenn ich das lese!“

Und dann kommt da wieder mal ein Kollege der schamlos ausnutzt, dass „die Deutschen“ keinen Plan von Finanzen haben und der Kunde in diesem Fall anscheinend auch nicht rechnet. Ich kenne weder die Person dahinter, noch kenne ich die tatsächlichen Fakten des Falles, daher erlaube ich mir nur (m)eine Meinung. Mir platzt der Hals wenn ich das lese! Nicht, weil es falsch dargestellt ist. Sondern weil ein „Kollege“ das kleine Pflänzchen „Honorarberatung“ nutzt, um sich schamlos zu bereichern und einem Kunden Geld abzockt, während einige Makler, darunter auch ich, dafür kämpfen, dass dieser Weg Akzeptanz und Nachahmer findet, denn wie gesagt: Gründe gibt´s genug.

Da vereinbart ein Makler Honorarvereinbarungen mit seinem Kunden. Wie es dazu kam, was er seinem Kunden erklärt hat und was nicht, was derjenige für diese hohen Gebühren geleistet hat, wissen wir nicht. Wir halten uns an die Zahlen und die sind enorm. Er berechnet seinem „Kunden“ Einmalhonorare. Rechnet man die mit den herkömmlich bekannten Wegen nach, erhält man Summen die jeglichen Bezug zur Arbeit verloren haben – etwa eine RV-Provision von 4,5 Prozent oder in der KV von 8 Monatsbeiträgen (MB).

Der Makler macht mit diesem Handeln sehr viel kaputt

Dieser Makler verlangte das vierfache, bei der Krankenversicherung gar das 51- Fache (?) Warum? Weil‘s der Kunde bezahlt? Weil wir doch, „keine Angst vor großen Summen“ haben sollen? Oder was hat er geleistet, um dies zu rechtfertigen?