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Kommentar „Niedrigzins fordert mehr Vorsorge-Anstrengungen“

Alexander Erdland, Präsident des Versicherungsverbands GDV.
Alexander Erdland, Präsident des Versicherungsverbands GDV. © dpa/picture alliance

Das Thema Altersvorsorge ist wegen des Wahlkampfs derzeit mal wieder in den Köpfen der Bundesbürger angelangt. Alexander Erdland, Präsident des Versicherungsverbands GDV, findet das gut. Denn wegen des Niedrigzinsniveaus müssten die Deutschen heute viel mehr sparen als früher.

| , aktualisiert am 08.09.2016 16:20  Drucken
„Wir brauchen eine lebendige Sparkultur, denn die demographischen Herausforderungen lassen sich nicht wegdiskutieren“, schreibt der Präsident des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Alexander Erdland, in einem Gastkommentar für das Handelsblatt (Print-Ausgabe vom 24. August).

Mittlerweile seien die Themen Altersvorsorge und Altersarmut wieder im Zentrum der Politik angelangt. Fast jede Partei habe sie in ihr Wahlprogramm aufgenommen. Einige fokussierten sich dabei vor allem darauf, die gesetzliche Rente zu stärken. Dem hält Erdland entgegen: „Unser Vorsorgesystem braucht drei starke Säulen. Ohne den intelligenten Ausbau der kapitalgedeckten Vorsorge wird es nicht funktionieren“, meint er.



Die eigentliche Krux des Niedrigzinses sei dabei, dass es höhere Vorsorge-Anstrengungen von den Deutschen fordere. Falls man in Zukunft vom Zinsanstieg profitieren möchte, müsse man jetzt den Grundstein dafür legen.

Über Firmen, so der der Präsident des GDV, erreiche man circa 35 Millionen Arbeitnehmer, von denen 40 Prozent noch keinen Betriebsrentenanspruch haben. Noch lange nicht alle Arbeitgeber seien bereit, ihren Angestellten ein Versorgungsversprechen zu geben. Erdland fordert hier eine Verbesserung auch in der Privatvorsorge.

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Vorsorgepflicht als Lösung

Eine Standardlösung wäre in seinen Augen eine Vorsorgepflicht, die auch nicht der Staat alleine ausführen müsse. Sie könne nämlich, so Erdland, auch privatwirtschaftlich gewährleistet werden.
Je mehr Betroffene und Beschäftigte mitmachten und je weniger „komplex das Produkt ist, desto niedriger können die Kosten sein“, sagt er mit Blick in die Zukunft. Auch wenn es noch immer Sache der Politik bleibe, mangele es für diese Idee definitiv nicht an Partnern.
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