Kommentar Hat die Munich Re die Ergo herunter gewirtschaftet?

Nikolaus von Bomhard ist noch Chef des Rückversicherers Munich Re. Sein Vertrag läuft zum Jahresende aus.
Nikolaus von Bomhard ist noch Chef des Rückversicherers Munich Re. Sein Vertrag läuft zum Jahresende aus. © dpa/picture alliance

Der Rückversicherer Munich Re hat der Konzerntochter Ergo nicht gut getan, findet Journalist Dietmar Palan. Wegen zu geringer Investitionen sei etwa das IT-System des Versicherers ein veraltetes Sammelsurium verschiedener Bausteine.

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Der Umbau der Ergo-Versicherung ist ein Kraftakt. Tausende Stellen werden gestrichen (wir berichteten), 536 Millionen Euro eingespart und 18 Standorte geschlossen. Im Gegenzug für diese Maßnahmen verzichtet die Konzernmutter Munich Re bis 2020 auf die ihr zustehenden Dividenden. Das entspreche Investitionsmitteln von etwa einer Milliarde Euro, schreibt Journalist Dietmar Palan in seinem Kommentar beim Manager Magazin. Dass die Ergo nun eine Generalüberholung braucht, schreibt er auch der Konzernmutter zu.



Denn die Munich Re habe in den vergangenen Jahren viel zu wenig in die Ergo investiert, meint er. Der Rückversicherer sei in erster Linie an der Rendite der Ergo interessiert gewesen, die Substanz des Unternehmens sei Nebensache gewesen.

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Vor alle zeige sich das am IT-System der Ergo. „Ganz gleich, ob es um den Aufbau einer einheitlichen Anwendungslandschaft ging, um funktionierende Verwaltungssoftware für das Geschäft mit den Riester-Verträgen oder um eine erstklassige Beratersoftware für die Vertreter, stets wurden die Budgets so lange heruntergedimmt und abgespeckt, bis sie nicht mehr im Konflikt zu den Ausschüttungswünschen aus München standen“, schreibt Palan. Die Folge sei ein marodes zusammengestückeltes IT-System, das eine recht hohe Fehlerquote habe – etwa bei der Berechnung von Ablaufleistungen (wir berichteten).
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