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Kommentar „Die Digitalisierung der Versicherungsbranche braucht Vermittler“

Kunde im Apple-Store: Waren im Laden auszuprobieren und sie dann online zu kaufen, nennt man Showrooming.
Kunde im Apple-Store: Waren im Laden auszuprobieren und sie dann online zu kaufen, nennt man Showrooming. © Getty Images

Schon 37 Prozent der Bundesbürger haben mindestens einmal online eine Versicherung abgeschlossen, zeigt eine aktuelle Studie des Marktforschers Heute und Morgen. Bei den Endkunden ist die Digitalisierung also schon mal angekommen. Nun muss nur noch der Makler nachziehen, schreibt Axel Stempel, Geschäftsführer von Heute und Morgen, in einem Kommentar.

| , aktualisiert am 04.05.2017 15:38  Drucken

Die Studie „Digitalisierung in der Assekuranz“ von Heute und Morgen zeigt, dass das Thema Digitalisierung beim Bundesbürger schon ganz deutlich angekommen ist. So hat sich jeder Dritte online schon mal zum Thema Versicherungen informiert, jeder vierte hat online schon mal einen Versicherungsbeitrag berechnen lassen und 37 Prozent haben im Netz schon mal eine Versicherung gekauft.



Ein Aussterben des physischen Versicherungsvermittlers sieht Axel Stempel, Geschäftsführer von Heute und Morgen, in seinem Kommentar auf dem Portal consulting.de trotzdem nicht. Ihm kämen im Gegenteil nun zentrale und neue Rollen zu. Denn nach wie vor bevorzugen 55 Prozent den persönlichen Kontakt im Informationsprozess. „Frisch gegoogelt bedeutet aus Kundensicht also nicht automatisch, auf gute individuelle Beratung verzichten zu wollen oder zu können“, schreibt Stempel.

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Auf die Frage, welche digitale Unterstützung sich Verbraucher wünschen, antworten diese etwa mit der Online-Vertragsverwaltung: persönliche Daten online anpassen oder Schäden online melden gehören etwa dazu. Nur: Viele Kunden wissen gar nicht, ob ihr Versicherer solch einen Service anbiete.

Hier sieht Stempel eine wichtige Rolle des Vermittlers. Er müsse den Kunden an digitale Services und Mehrwerte heranführen. Denn: „Trotz ausdrücklichem Wunsch nach digitalen Unterstützungsangeboten zur Vertragsverwaltung gelingt es den Versicherern aktuell noch nicht, wesentliche Anteile ihrer Kunden für Kundenportale zu gewinnen.“

Showrooming statt Omni-Kanal-Vertrieb

Stempel plädiert außerdem dafür, statt auf einen Omni-Kanal-Vertrieb zu setzen, bei dem alle Vertriebswege mehr oder weniger autark nebeneinander herlaufen, das sogenannte „Showrooming“ auszuprobieren. Darunter versteht man das Verhalten von Kunden, sich etwa ein Handy im Laden anzuschauen und es dann aber im Internet zu kaufen.

Dieser Ansatz könne dem Berater entscheidende Vorteile bieten, ist Stempel überzeugt. Wenn der Kunde etwa nach einer Beratung zum Thema Rentenversicherung nachher online noch einmal auf alle für seine persönliche Situation wesentlichen Angebotsvorteile zugreifen könnte, gleichzeitig gegebenenfalls noch weitere mögliche Vergleiche oder Alternativen vorfände, per Mausklick das Produkt final abschließen könnte und es eine Online-Kündigungsmöglichkeit gäbe, wäre das auch von Vorteil für den Vermittler.

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