Kolumne Wie Bezirksdirektoren 10.000 Euro für den Headhunter sparen

Hans Steup, Versicherungskarrieren
Hans Steup, Versicherungskarrieren © privat

„Da draußen sind viele Vertriebs- und Orga-Leiter, denen das Wasser bis zum Hals steht“, berichtet Hans Steup, Betreiber des Portals Versicherungskarrieren, in seiner Kolumne. „Von denen rufen mich auch einige an. Der Druck, Leute zu finden, nimmt zu.“ Dabei stehen sich die Suchenden leider oft selbst im Weg, stellt Steup fest – und schlägt ihnen eine einfache Lösung vor.

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Liebe Bezirksdirektionen, eure Vertreter werden immer älter, und niemand will die Agenturen übernehmen. Manchmal sind eure Führungskräfte das Problem, manchmal die Kandidaten, manchmal eure Geschäftsmodelle.

Zum Beispiel  müsst ihr nicht jeden über zwanzig Jahre gewachsenen Bestand in Stücke reißen und auf drei Köpfe verteilen. Vor allem dann nicht, wenn ihr noch nicht mal einen Kopf findet. Egal, gar nicht das Thema heute.

Einmal im Monat ruft mich ein Vermittler an, der mit seiner Situation unzufrieden ist. Das ist zunächst nicht ungewöhnlich. Unzufriedene rufen mehr an. Dieser eine Typ allerdings ist einer von den wenigen, nach denen ihr euch alle die Finger leckt. Jemand mit Umsatz und eigenen Kunden.

Der fragt mich dann, ob ich nicht eine neue Heimat für ihn habe. Warum fragt er mich und nicht euch? Ihr steht im Telefonbuch, jeder kennt euch (denkt ihr), jeder weiß, dass es Bezirksdirektionen gibt, die gute Leute suchen. Warum also ruft er euch nicht an? Kann ich euch sagen.

Er sitzt lieber beim Kunden und schreibt Umsatz. Er hat keinen Bock, eure Karriereseiten  abzuklappern. Vor allem deshalb nicht, weil er diese mit dem Smartphone nicht vernünftig lesen kann.

Was soll ich ihm sagen, wenn er mich anruft? Soll ich die Arbeit eurer Organisationsleiter machen? Die auch immer weniger werden und immer größere Gebiete beackern müssen?

Ein Headhunter würde 10.000 Euro Startgebot verlangen

Die Reichweite des einzelnen Orga-Leiters nimmt ab, und der Draht des Einzelnen in die Region wird immer dünner. Da draußen sind viele Vertriebs- und Orga-Leiter, denen das Wasser bis zum Hals steht. Von denen rufen mich auch einige an.

Der Druck, Leute zu finden, nimmt zu. Aber: Das Budget dafür nimmt ab. Deshalb bleibt es oft bei einem netten Gespräch, in dem wir gemeinsam die Lage bedauern. Wie soll das funktionieren?

Heute schrieb mir wieder einer dieser Leistungsträger. Wenn seine Zahlen stimmen – und ich habe keinen Grund, an seiner Aussage zu zweifeln –, könnte ich ihn meistbietend versteigern.

Ein Headhunter würde 10.000 Euro Startgebot verlangen. Wenn ihr eure Stellen vernünftig in der Branche ausschreiben würdet, dann könnte man dem jungen Mann einen Link zu eurer Ausschreibung schicken. Und dieser würde sich bei euch melden. Und ihr müsstet keine 10.000 Euro überweisen.

Über den Autoren

Hans Steup ist Versicherungskaufmann und war lange Jahre Vertriebsunterstützer bei der Allianz. Heute betreibt Steup den Spezial-Stellenmarkt Versicherungskarrieren und berät Finanzdienstleister zur Content-Marketing-Strategie und zu Social Media.

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