Kolumnen & Expertenbeiträge› zur Themenübersicht

Kolumne Was macht eine moderne Fondspolice vor allem aus?

Michael Schillinger ist Vorstandsmitglied der Inter Versicherungsgruppe.
Michael Schillinger ist Vorstandsmitglied der Inter Versicherungsgruppe. © Inter Versicherungsgruppe

Eine zeitgemäße Anlage, in die Kunden beruhigt für den Ruhestand sparen, muss flexibel und sicher sein – und Rendite erwirtschaften. Wie das möglich ist, erläutert Michael Schillinger, Vorstandsmitglied der Inter Versicherungsgruppe.

20.06.2017 11:12  Drucken

Nach wie vor steht für die Deutschen bei ihren Anlagen die Sicherheit im Fokus. Dieser Eindruck ist nicht subjektiv, sondern jüngst erneut durch eine Studie bestätigt: Für 52 Prozent der Befragten steht Sicherheit an erster Stelle, direkt gefolgt von der Flexibilität mit 32 Prozent.

Moderne Produkte erfüllen genau diese beiden Wünsche der Kunden. Zusätzlich glauben wir an eine ehrliche Renditeprognose und an garantierte Rentenfaktoren für jedes Jahr bis zum Alter von 85 Jahren. Angesichts der anhaltend niedrigen Zinsen, suchen Anleger aber neben Sicherheit auch langfristig höhere Erträge an den Aktienmärkten. Die Fondspolice kombiniert die Absicherung mit Flexibilität und Chancen auf Rendite bis in den Ruhestand. Dazu zählen Optionen für Entnahmen, zum Beispiel beim Kauf eines Autos oder einer Immobilie, ebenso wie Sonderzahlungen, wenn etwa kurz vor dem Renteneintrittsalter eine Lebensversicherung ausgezahlt wird und der Betrag investiert werden soll. Aber auch eine Beitragspause, beispielweise bei der Familiengründung, muss möglich sein.

So unterschiedlich die Lebenssituationen der Kunden, so verschieden sind auch ihre Sicherheitsbedürfnisse. Daher sollten sie jederzeit frei entscheiden können, wie das Kapital verteilt wird. 100 Prozent im klassischen Deckungskapital bis hin zu 100 Prozent im Fondsguthaben müssen wählbar sein. Für drei typische Kundenbedürfnisse haben wir Vermögensaufbaustrategien definiert. Die defensive Variante sieht mit Alter 50 vor, 70 Prozent des Guthabens in Garantien anzulegen, in der ausgewogenen Strategie sind es bei 50 Jahren 50 Prozent und bei dynamisch sind es mit 60 Jahren 30 Prozent. Alle drei Strategien tragen einem mit dem Alter steigenden Sicherheitsbedürfnis Rechnung und nutzen in jüngeren Jahren tendenziell höhere Aktienquoten.

Dabei setzen wir auf kostengünstige Indexfonds (Exchange Traded Funds, kurz ETFs) von iShares zur freien Auswahl. Die drei Fondsstrategien Welt Kernmärkte, Welt Erträge und Deutschland Fokus bilden aus unserer Sicht die wichtigsten Märkte ab und sorgen für die bestmögliche Diversifikation. Den Aspekt der Sicherheit greift in besonderem Maße die Fondsstrategie Welt Erträge auf. In ihr sind Dividenden-ETFs kombiniert mit ETFs, die vergleichsweise geringere Schwankungen aufweisen.

Bei einer Produktentwicklung ist auch zu bedenken, dass der Altersvorsorgesparer üblicherweise keine Spielernatur ist. Es geht ihm beim Shiften und Switchen nicht um einen Spaßfaktor, der für einen Adrenalinschub sorgt, sondern um das Anpassen an aktuelle Gegebenheiten. Daher nützt es nichts, wenn unbegrenztes Shiften theoretisch möglich ist, aber praktisch nicht funktioniert, da der größte Teil des Vertragsguthabens nicht in der freien Fondsanlage, sondern in der endfälligen Garantiezusage steckt.

Für uns Versicherer heißt es nun, mit modernen Produkten einen Mittelweg zu finden zwischen dem individuellen Sicherheitsbedürfnis auf der einen Seite und guten Renditeaussichten auf der anderen Seite bei größtmöglichem Gestaltungsspielraum.

Pfefferminzia HIGHNOON