Makler, die als Einzelkämpfer unterwegs sind, stehen einigen Nachteilen gegenüber. © Geschäft Foto erstellt von pressfoto - de.freepik.com
  • Von Peter Schmidt
  • 20.11.2020 um 11:19
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Versicherungsmakler als Einzelunternehmer sind keine Ausnahme. Sie teilen die Vor- und Nachteile, des für sich selbst verantwortlich Seins. In kritischen Zeiten schlägt aber das Pendel immer stärker in Richtung Nachteile. Einige Aspekte greift Unternehmensberater Peter Schmidt in dieser Kolumne heraus und zeigt Handlungsoptionen auf.

Kompliziertere Nachfolge für Einzelunternehmer

Unabhängig von der Branche werden alle Einzelunternehmer von Experten den Hinweis bekommen, dass die Wahl der Rechtsform für die Nachfolge, Vererbung und Steuerfragen von erheblicher Bedeutung ist. Dies gilt sowohl für die aktuelle Situation als auch für eine mögliche Übertragung. Besonderheit bei Einzelunternehmern unter Versicherungs- und Finanzmaklern kann sein, dass Übernahmen durch die bestehenden Vertragswerke mit Produktanbietern sowie den Kunden das Nichtbestehen einer juristischen Unternehmensform teilweise kompensieren können.

Greifen wir wieder einen Praxisfall auf. Ein Versicherungsmakler aus Bayern arbeitet als Einzelunternehmer. Es gibt keine GmbH und es gibt auch nur in Ausnahmefällen Maklerverträge mit den Kunden. Tritt hier der Notfall durch Tod oder ernsthafte Erkrankung ein, dann ist ein Übertrag der Kunden auf einen Stellvertreter oder gar der Verkauf kaum noch möglich. Meist gar nicht! Diese Situation muss jedem Einzelmakler klar sein. Hier besteht extremer Handlungsbedarf in Sachen #NachfolgeberatungJetzt

DSGVO setzt Grenzen bei der Vertretung oder Notfallbetreuung

Da hilft es auch nicht, wenn ein Kollege im Ort sich bei Urlaub des Maklers ein wenig um dessen Kunden gekümmert hat und dies nun auf den Ernstfall fortgeschrieben werden soll. Vielfach darf er das nach DSGVO gar nicht, wenn es dazu kein Einverständnis der Kunden gibt. Auch die Versicherer werden – zurecht – keine Auskunft zu Vertragsbestandteilen geben, wenn in der Maklervollmacht, die der Kunde unterschrieben hat, nichts von einem Stellvertreter oder Dienstleister steht.

Es gehört demnach zu den großen Nachteilen der Einzelunternehmen, dass weder eine Übernahme von „Anteilen“ noch eine Aufsplittung der Unternehmenssubstanz ohne zusätzliche Aufwendungen möglich ist. Ein gewollt gleitender Übergang ist meist nur über ein spezielles Nachfolgemodell möglich. Diese Modelle gibt es, sind aber eben auf die persönlichen Wünsche des abgebenden Maklers abzustimmen, zu prüfen und auszuwählen.

Fazit

Für das Fazit greife ich einen passenden Satz eines Maklers aus Brandenburg auf, der sinngemäß schrieb: „Wir verspüren zunehmend den gesellschaftlichen, behördlichen und biologischen Druck, der nach Veränderung ruft.“ Diesen Druck als Einzelunternehmer oder in einer Personengesellschaft zu spüren, etwas tun zu wollen und dies dann auch individuell richtig zu kanalisieren, ist für jeden dritten Makler eine Tagesaufgabe geworden.

Nicht in jedem Fall muss ein Einzelunternehmen umgewandelt werden. Alternative Handlungsempfehlungen stehen bereit und sind passend zu den individuellen Vorstellungen zur Übergabe oder für den Notfall auszusuchen. Lucius Annaeus Seneca soll mal gesagt haben: „Nicht, weil es schwer ist, wagen wir es nicht – sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“ Vielleicht bringt Sie diese Betrachtung zum Handeln.

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Peter Schmidt

Dr. Peter Schmidt ist seit 2013 Inhaber der Unternehmensberatung Consulting & Coaching in Berlin und als Experte für Strategie- und Prozessberatung für Versicherer, Maklerpools, Vertriebe und Makler tätig.

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