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Kleinleins Kommentar „Die Glättung der Prämien in der PKV ist kundenfeindlich“

Axel Kleinlein ist Geschäftsführer der Verbraucherschutzorganisation Bund der Versicherten.
Axel Kleinlein ist Geschäftsführer der Verbraucherschutzorganisation Bund der Versicherten. © BdV

Damit die Prämien in der PKV nicht auf einen Schlag um 10 oder mehr Prozent steigen, gibt es den Alternativvorschlag, die Beiträge jedes Jahr ein bisschen anzuheben. Verbraucherschützer Axel Kleinlein hält von dieser Idee so gar nichts. Warum, lesen Sie hier.

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„Die private Krankenversicherung hat ein enormes Problem.“ So beginnt der Kommentar von Axel Kleinlein, Geschäftsführer der Verbraucherschutzorganisation Bund der Versicherten (BdV). Kleinlein meint damit die Beitragsanpassungen in der PKV, die gerade zu Anfang dieses Jahres zum Teil erheblich angefallen sind.

Der Hintergrund der Anpassungen sei einfach, meint der Verbraucherschützer weiter. „Die Versicherungsunternehmen tun bei der Kalkulation der Tarife so, als gäbe es keine Inflation, als würden die Gesundheitskosten nicht steigen, als würden die Menschen nicht immer älter werden und als würden die Finanzmärkte immer nett mitspielen“, schreibt er. Das sei ziemlich beknackt, werde von der Versicherungsaufsicht zum Großteil aber so verlangt, wie Kleinlein zugibt.

Dadurch sei aber auch von Vorneherein klar, dass die Kunden immer wieder immer mehr Geld bezahlen müssten. Was könnten die Versicherer gegen die gefühlten explodierenden Prämien unternehmen? Kleinlein: „Zum einen könnten Sie dafür sorgen, dass die Prämien eben nicht höher werden. Dazu müssten sie auf die Aufsicht einwirken, dass sie endlich realistisch kalkulieren dürften. Dazu müssten die Versicherer dann aber auch bereit sein, den Kunden ehrliche und damit höhere Anfangsprämien abzuverlangen.“ Das könnte aber dazu führen, dass sich die Verträge „noch schlechter verkaufen“, meint der BdV-Chef.

Glättung ist Augenwischerei

Eine andere Variante wäre es, die Prämien zu glätten, was die Versicherer nun vielfach forderten. Dafür liefert der Verbraucherschützer auch gleich ein Beispiel. „Wenn die Monatsprämie jedes Jahr um 3,25 Prozent steigt, dann werden aus 250 Euro nach einem Jahr 8,13 Euro mehr Monatsprämie. Das klingt nach nicht besonders viel. In den beiden Folgejahren dann auch nur wenig mehr an Steigerung. Würde die Prämie nach drei Jahren in einem Schlag um 9,75 Prozent angehoben, dann sind das schon fast 25 Euro monatlich. Das fühlt sich dann schon wirklich nach Explosion an.“

Die Glättung sei also mehr Augenwischerei denn echte Lösung. Durch die kontinuierliche Erhöhung um kleine Beträge müsste der Kunde „immer wieder im Vorgriff höhere Prämien“ zahlen. Kleinlein: „Unterm Strich also deutlich mehr. Im Beispielfall geht es um fast 200 Euro.“ Die Glättung der Prämien in der PKV hält Kleinlein daher für besonders kundenfeindlich.

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