Keine IT-Engpässe mehr Talanx verlagert Risikoberechnungen in die Amazon-Cloud

Trubel an einem Stand auf der Cebit 2015: Trends wie die Amazon-Cloud sind Thema auf der diesjährigen Cebit.
Trubel an einem Stand auf der Cebit 2015: Trends wie die Amazon-Cloud sind Thema auf der diesjährigen Cebit. © Katharina Heder

Als erster Versicherungskonzern setzt Talanx auf das Angebot der Amazon Webservices. Dabei nutzt der Versicherer die Cloud, um komplexe Risikoberechnungen auszulagern, die etwa die neuen Eigenkapitalrichtlinien unter Solvency II erfordern. Datensicherheit soll dabei kein Problem mehr sein.

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Das 2006 gegründete und seit 2013 in Deutschland aktive Unternehmen Amazon Webservices bietet eine Infrastrukturlösung. Das heißt, es stellt Server und Speicherplatz gegen Entgelt bereit. Das erste Jahr ist für Kunden kostenlos. Die weiteren Kosten richten sich unter anderem nach der Frage, wo die Daten gehostet werden. Aus diesem Grund kann die Datensicherheit selbst bestimmt werden.

Die Talanx nutzt diesen Service nun, um Risikoberechnungen, die die neuen Eigenkapitalrichtlinien unter Solvency II erfordern, auszulagern. Für die Berechnungen kommt das sogenannte interne Modell zum Einsatz, das im Vergleich zur Standardformel deutlich präzisere und qualitativ hochwertigere Ergebnisse liefern kann – hauptsächlich durch Monte-Carlo-Simulationen. Gerade wenn aber parallel Quartals- und Jahresabschlüsse mehrerer Talanx-Gesellschaften anstehen, kann der hohe Rechenaufwand für Engpässe innerhalb der IT sorgen.

Das Problem gehört nun der Vergangenheit an. Aus Sicht der Talanx ist die Umstellung gleich ein doppelter Glücksfall: 80 Prozent weniger Zeit und 10 Prozent weniger Kosten machen die Umstellung zusätzlich zur nicht ortsgebundenen Verfügbarkeit interessant. Weitere Projekte im Versicherungswesen soll es geben. Allerdings werden diese eher über Zwischenanbieter gefunden: So hat die Direktgruppe Hamburg die Umsetzung für die Talanx übernommen.
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