Daniel Schreiber, Chef des Digitalversicherers Lemonade, hier auf einer Veranstaltung in den USA. © Getty Images
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  • 28.06.2019 um 04:12
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Eine Revolution im Versicherungsmarkt ist in vollem Gange, glaubt Daniel Schreiber, Chef des Digitalversicherers Lemonade. Auf der Digital Insurance Agenda (DIA) in Amsterdam gab er einen Ausblick auf die Herausforderungen der kommenden fünf Jahre. Sein Fazit: Etablierte Versicherer werden es schwer haben.

Der Versicherungsmarkt hat schon die ein oder andere Transformation mitgemacht: Das Aufkommen der Statistik etwa, die Erfindung von Sterbetafeln und ihre Auswirkungen auf die Berechnung von Versicherungsprodukten.

Auch jetzt ist der Markt im Wandel, beziehungsweise inmitten einer Revolution, sagt Daniel Schreiber, Chef von Lemonade. Der Digitalversicherer aus den USA ist vor kurzem auf dem deutschen Markt gestartet (wir berichteten), hat hier einiges vor und geht mit ordentlichem Selbstbewusstein ans Werk.

Die Digitalisierung mit ihren Ausprägungen Künstliche Intelligenz (KI), Internet der Dinge, Big Data und so weiter, sei eine solche Revolution – die einzelnen Trends würden sich gegenseitig vorantreiben und den Prozess dadurch verschnellern. „Da wird kein Stein auf dem anderen bleiben“, so Schreiber. Diese verändernde Technologie habe das Zeug dazu, bestehende „herrschende” Unternehmen vom Thron zu stoßen und neue Akteure groß zu machen. Gerade Unternehmen mit Altlasten, wie es bei Versicherungen der Fall ist, würden in diesem Umfeld Schwierigkeiten bekommen. „Diese Unternehmen mögen 300 Jahre überlebt haben, das heißt aber nicht, dass das auch so weiter geht“, so Schreiber. „Langlebigkeit ist nicht Unsterblichkeit.”

In vielen Fällen könnten sich althergebrachte Stärken nun in Schwächen verwandeln. Als Beispiele nannte Schreiber etwa Ausschließlichkeitsorganisationen mit ihren zig Tausend Vertretern. Oder in die Jahre gekommene IT-Systeme, die die ein oder andere Bestandsübertragung mitgemacht haben. Oder ein Führungsteam, das an Traditionen festhält, statt dem Unternehmen einen Kulturwandel zu verordnen.

Momentan sei von der Revolution noch nicht viel zu spüren, so Schreiber weiter, und auch in den kommenden fünf Jahre werde sich wohl „erstmal nicht viel ändern“. Die großen Namen werde es auch dann noch geben.

Die Digitalisierung bringe aber keine linearen Veränderungen mit sich, sondern expontenzielle, so der Lemonade-Chef weiter. Irgendwann, das könne in 10 Jahren sein oder in 20, werde der Punkt kommen, an dem sich die Änderungen dann schlagartig manifestierten. Schreiber: „Die ersten Zeichen sieht man schon: Die digitale Ära verändert das Verhalten der Menschen radikal, bisherige Stärken werden zu Schwächen. Und eines ist für mich klar: Im 21. Jahrhundert werden die Unternehmen gedeihen, die auch im 21. Jahrhundert gegründet wurden.”

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