Pfefferminzia: Sie waren lange Geschäftsführer vom Maklerpool Maxpool, verkauften dann 2012 Ihre Anteile und wurden Vertriebschef bei Carglass. Was führte Sie nun zum Oldtimer-Spezialisten OCC?

Carsten Möller: Ich habe 2012 die Chance genutzt, aus dem Pool-Leben auszuscheiden. Das hatte zwei Gründe. Erstens hatte ich das Gefühl, ein Hamster im Rad zu sein. Ich hatte 18 Jahre lang immer das gleiche getan und wollte unbedingt eine Veränderung. Und zweitens hatte ich das sehr interessante Angebot auf dem Tisch, für Carglass den Vertrieb in Deutschland zu übernehmen. Das passte gut zusammen.

In meiner jetzigen Situation ist es ein Vorteil, dass ich bei diesem Spezialisten lernen durfte. Sich komplett auf ein Thema fokussieren zu können, nämlich auf das Austauschen und das Reparieren von Autoverglasung, kommt mir jetzt sehr zugute, weil auch OCC ein Spezialist ist. Wir versichern Oldtimer und Premiumcars. Bei uns gibt es 80 Mitarbeiter, die nichts anderes machen.

Haben Sie selbst eine besondere Vorliebe für alte Autos?

Ich glaube, fast jeder Mann (und auch die eine oder andere Dame) hat Erinnerungen an seine Kinder- oder Jugendzeit, die mit Autos zu tun haben. Autos, bei denen man dachte: Den Wagen möchte ich mal haben. Das sind bei mir zwei, ein Ford Mustang Cabrio und ein Jaguar E-Type. Das sind die Helden meiner Jugend.

Noch habe ich keinen Oldtimer, ich plane aber, das bald zu ändern. Ich habe ein Schätzchen in meiner Garage stehen, einen Porsche, den werde ich mit Sicherheit in den nächsten Monaten abstoßen und mir von dem Erlös einen schönen Oldtimer holen.

Sind Oldtimer denn eine gute Wertanlage in der aktuellen Niedrigzinsphase?

Gegenfrage. Was glauben Sie ist das Auto mit der höchsten Wertsteigerung in Prozent in den vergangenen fünf Jahren gewesen?

Ich schätze mal ein bestimmter Typ Porsche.

Das hätte ich auch gesagt, ist es aber nicht. Es ist überhaupt kein deutsches Auto. Es kommt aus Frankreich und ist bei fast allen beliebt: die Ente. Sie hat eine wahre Preisexplosion hinter sich. Für Enten mit einem Zustand 3, die also ganz gut in Schuss sind, zahlt man heute deutlich mehr, als das Fahrzeug zu seiner Zeit in der Neuanschaffung gekostet hat. Die Ente hat in den achtziger und frühen neunziger Jahren rund 7.000 D-Mark gekostet. Jetzt bezahlt man das gleiche in Euro. Und die Dinger haben 100.000 Kilometer runter und sind teilweise angerostet. Der Oldtimer-Markt ist preislich zurzeit nur in einer Richtung unterwegs und das ist steil nach oben. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Und die wären?

Der erste Grund ist, dass die geburtenstarken Jahrgänge jetzt in eine Phase des Lebens eintreten, die ich als „Kür des Lebens“ bezeichne. Das Vor- und Pflichtprogramm ist absolviert, also Studium, Berufsausbildung, Familie, die Kinder sind aus dem Haus. Diese Menschen haben aktuell das höchste Haushalts-Nettoeinkommen überhaupt und möchten sich Träume erfüllen: Ich gönne mir jetzt das Auto, von dem ich seit meiner Jugend träume.

Zweitens gibt es am Markt für Geld gerade kein Geld. Immobilien sind völlig überhitzt: Es gibt kaum mehr Immobilien zu einem vernünftigen Preis. Was sind also die Alternativen? Gute Weine gehen zurzeit wie eine Pershing II durch die Decke. Und Oldtimer eben auch.

Und der dritte Punkt: Es kommen jetzt Fahrzeuge in den Oldtimer-Bereich hinein, die zwar in Masse gefertigt wurden, die aber gleichzeitig einen relativ hohen Qualitätsanspruch hatten und heute noch relativ gut erhalten sind. Der Golf 2 ist hier ein gutes Beispiel. Der Markt wächst also dramatisch, was die Fahrzeuge angeht.

Die Antwort lautet also: Ja, es lohnt sich, jetzt Oldtimer zu kaufen.

Worauf muss mann dabei achten?

Anders als bei Immobilien wo Lage, Lage, Lage entscheidet, ist es bei Autos: Zustand, Zustand, Zustand. Man muss das Auto vorher genau untersuchen oder besser noch von einem Experten untersuchen lassen, der dann ein Gutachten erstellt. Kauft man nämlich ein Auto, das nicht gut in Schuss ist, kann einen nachher die Instandsetzung oder die Instandhaltung echt auffressen.