Juwelenraub in Cannes Versicherer setzen Kopfgeld aus

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Mal eben zugegriffen. Rechts in die Juwelenausstellung im noblen Carlton-Hotel rein, Tasche gefüllt, links wieder raus. Ein Dieb in Cannes hat gerade vorgemacht, wie einfach man zu Klunkern im Wert von 103 Millionen Euro kommen kann. Jetzt bangen vor allem die Versicherer. Findet sich die Beute nicht binnen zwei Monaten, müssen sie zahlen.

Deshalb nun ein keineswegs ungewöhnlicher Aufruf: Für die Wiederbeschaffung der Juwelen gibt's eine Million Euro „Kopfgeld“. Und zwar von den Versicherern. Wie französische Medien berichten, hatte der rechtmäßige Eigentümer eine Police über Lloyd's of London abgeschlossen. Der eigentliche Versicherungsschutz wird in der Regel von einzelnen Mitgliedern der Versicherungsbörse oder dort registrierten Gruppen gegeben.

Ein Prozent der Versicherungssumme als Belohnung ist nicht außergewöhnlich, sondern eher die Regel. Den Versicherern geht es weniger darum, den Dieb hinter Gitter zu bringen. Sie wollen in erster Line nicht zahlen müssen – 103 Millionen Euro sind beileibe kein Pappenstiel.

Der eigentliche Eigentümer und Diamanten-Aussteller Lev Leviev, ein russisch-israelischer Milliardär, kann sich derweil entspannt zurücklehnen. Gelingt den Versicherern – auch hinter dem Rücken der Polizei – ein Deal mit dem Gauner, bekommt Leviev die Klunker zurück. Das gilt auch, wenn Mitwisser nicht dicht halten. Ansonsten kommt in einigen Wochen ein fetter Scheck aus London.

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