GKV – neue Chancen für Makler› zur Themenübersicht

Interview mit Michael Schmahl und Thorulf Müller „Ist eine Bürgerversicherung sinnvoll für Deutschland?“

- Seite 3 -

Während des Wahlkampfs spielte sie kaum eine Rolle, doch plötzlich rückt sie in den Fokus der Politik: die Bürgerversicherung. Pfefferminzia sprach mit Michael Schmahl, Vertriebsleiter der Knappschaft, sowie dem Krankenversicherungsexperten Thorulf Müller über unser Gesundheitssystem. Wann lohnt sich eine Rückkehr in die GKV? Und welche Möglichkeiten gibt es, falls dies nicht möglich ist? Hier kommen die Antworten.

| , aktualisiert am 02.03.2018 11:43  Drucken

Und wie würde sich die Bürgerversicherung auf die gesetzlich Versicherten auswirken?

Schmahl: Die Befürworter der Bürgerversicherung versprechen sich höhere Einnahmen für die GKV, um so ein besseres Leistungsniveau der Grundversorgung zu ermöglichen. Es soll mehr soziale Gerechtigkeit sowohl in der solidarischen Beitragsfinanzierung als auch der Qualität und Nutzung der Versicherungsleistungen erreicht werden.

Wie stehen Sie selbst zur Abschaffung der PKV?

Schmahl: Ich bin als Beamter aktuell privat versichert, kann mir eine Bürgerversicherung mit der Option der privaten Zusatzversicherung aber durchaus vorstellen. Ohne Bestandsschutzregelungen wird das jedoch nicht funktionieren, so wie es Herr Müller schon angesprochen hat.

Müller: Das deutsche System ist mit den Systemen in Europa nicht kompatibel. Im Wettstreit um internationale Fachkräfte verlieren wir oft als Standort, weil die Experten von diesem System abgeschreckt werden. So berichtet mir das zum Beispiel Patrick Oliver Ott, der sich als Versicherungsmakler auf Expats in Deutschland spezialisiert hat.

Es geht aber vor allem um die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens, insbesondere in Zeiten der demografischen Veränderung. Es fehlt bereits heute an ärztlicher Versorgung in der Fläche. Viele junge Mediziner wollen nicht als selbstständige Unternehmer arbeiten. Darum benötigen wir andere Modelle. Letztendlich müssen weniger medizinische Fachkräfte mehr kranke, weil alte, Menschen versorgen. Wie soll das mit dem heutigen System funktionieren?

Woran hapert es denn am meisten?

Müller: Am Versagen der ärztlichen Selbstverwaltung. Die Mediziner fordern jedes Jahr mehr Geld, stellen aber die Versorgung nicht sicher. Jeder Arzt tut als Unternehmer, wozu er Lust hat. Die Terminvergabe wird als Druckmittel verwendet, um noch mehr Geld zu verlangen. Dabei sollte man sich allerdings folgendes vor Augen halten: Wenn ein Privatpatient bei der Terminvergabe bevorzugt wird, erhält ein Kassenpatient mit höherer medizinischer Priorität eine Untersuchung oder Behandlung nicht oder erst später. Diese Geiselhaft der Kassenärzte ist gesellschaftlich und moralisch unerträglich. Und meines Erachtens seit dem 1. Oktober 2016 auch strafbar, gemäß der Paragrafen 299a und 299b Strafgesetzbuch.

Ein weiterer Punkt ist die Verschlechterung der medizinischen Grundversorgung. Seit 1995 hat sich die Zahl der niedergelassenen Fachärzte um 50 Prozent erhöht. Die niedergelassenen Ärzte in der hausärztlichen Versorgung, und dazu gehören auch die Kinderärzte, sind gleichzeitig um fast 20 Prozent geschrumpft. Wenn dass das Ergebnis der ärztlichen Selbstverwaltung ist, gehört das Gesundheitswesen den Ärzten weggenommen.

Und: Was nutzt den Privatpatienten in den friesischen Tiefebenen, der Oberpfalz, in Franken, Thüringen oder in Brandenburg der Status als Privatpatient mit schnelleren Arztterminen, wenn es dort gar keine Ärzte mehr gibt?

Geld sparen und Mitarbeiter binden
Werbung

Mehr Zusatzleistungen etwa beim Zahnersatz oder für eine neue Brille oder ein höheres Nettogehalt – damit können Unternehmer ihre Mitarbeiter binden. Wie das nicht gleich mehr Geld kosten muss, zeigen wir Ihnen hier.

Privatärztliche Leistungen in der GKV
Werbung

Sterne

Privatärztliche Leistungen ohne die GKV zu verlassen – wie funktioniert denn das? Erfahren Sie hier mehr über die Wahltarife der Knappschaft und die Vorteile für Ihre Kunden!

Wo können Makler die Wahltarife kennenlernen?
Werbung

Ihr Kunde möchte in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben und gleichzeitig die Vorteile eines Privatversicherten nutzen? Mit den Wahltarifen der Knappschaft geht’s.

Jetzt kennenlernen

Workshops und Termine
Vertriebspartner der Knappschaft werden
Werbung

Unter dem Motto „Ihr Umsatz ist unser Geschäft“ bietet die Knappschaft ihren Vertriebspartnern interessante Produktkombinationen und neuartige Zugangswege zu den Firmen und deren Mitarbeitern.

Möchten auch Sie Vertriebspartner der Knappschaft werden? Dann melden Sie sich hier an. Die einzige Voraussetzung: Sie haben eine Erlaubnis nach § 34d GewO. Und so geht´s: Nach der erfolgreichen Anmeldung erhalten Sie Ihre Vereinbarung. Das unterschriebene Dokument schicken Sie dann an die Knappschaft zurück oder Sie geben dieses einfach Ihrem Vertriebspartnerbetreuer. Anschließend erhalten Sie ein gegengezeichnetes Exemplar für Ihre Unterlagen zurück.

*Pflichtfeld


Durch das Ausfüllen und Absenden des Formulars stimmen Sie der Weitergabe Ihrer im Formular erfassten Daten an die Knappschaft zu. Die von Ihnen oben angegebenen personenbezogenen Daten werden ausschließlich zur Bearbeitung Ihrer Anfrage und zur späteren telefonischen Kontaktaufnahme durch die Knappschaft verwendet. Sie können sowohl die Einwilligung in die Verwendung Ihrer personenbezogenen Daten als auch die Erlaubnis zur Kontaktaufnahme jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen.