Interview mit Michael Schillinger, Vertriebsvorstand der Inter „Die PKV ist keineswegs ein unkalkulierbares Risiko“

Michael Schillinger, Inter
Michael Schillinger, Inter © Inter

„In der Beratung müssen ganz klar die Stärken der PKV im Vordergrund stehen“, meint Michael Schillinger, Vertriebsvorstand der Inter Versicherungsgruppe. Im Interview mit Pfefferminzia sagt er, wie Makler im Beratungsgespräch zur privaten Krankenversicherung (PKV) auf mögliche Vorbehalte von Kunden eingehen können und äußert sich zum kontrovers diskutierten Thema Beitragsentwicklung.

| , aktualisiert am 05.01.2017 16:20  Drucken
Pfefferminzia: Viele Berater haben die Erfahrung gemacht, dass die PKV in der Bevölkerung mit Vorbehalten zu kämpfen hat, beispielsweise was die Beitragsentwicklung in der Krankenvollversicherung anbetrifft. Was sind aus Ihrer Sicht die Gründe hierfür?

Michael Schillinger: Diese Aussage ist mir zu pauschal. Umfragen haben in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass viele Menschen sich gerne privat versichern würden. Konkret: Ein Viertel der gesetzlich Versicherten würde laut einer Allensbach-Umfrage aus diesem Jahr gerne in die PKV wechseln – das sind über 17 Millionen Menschen. Die Hürden für einen solchen Wechsel, die der Gesetzgeber in den letzten Jahren stets erhöht hat, lassen dies aber nicht zu.



Und natürlich gibt es Menschen, die die PKV rein auf das Thema Beitrag reduzieren und darauf ihre Vorbehalte stützen. Diesen Menschen können wir entgegnen, dass in den vergangenen 10 Jahren die Beiträge in der GKV stärker gestiegen sind als in der PKV. Allerdings wird dies medial anders wahrgenommen, da die PKV die Beiträge nur anpassen darf, wenn genau definierte Vorgaben erfüllt sind. Der PKV-Verband hat den Gesetzgeber frühzeitig aufgefordert, die Kalkulationsvorschriften zu reformieren, um eine stetigere und maßvollere Beitragsentwicklung zu erreichen. Auch Verbraucherschützer unterstützen eine solche Reform, doch leider hat der Gesetzgeber dies bisher nicht aufgegriffen.

Auf welche Schwerpunkte – etwa in der Vertriebsunterstützung – setzt Ihr Unternehmen, um den Vorbehalten entgegenzutreten?

In der Beratung müssen ganz klar die Stärken der PKV im Vordergrund stehen. Das gilt sowohl in der Kommunikation mit Vermittlern und Vertriebspartnern als auch gegenüber den Kunden. Die Stärken der PKV sind ja sehr vielfältig – ich möchte Ihnen das gerne einmal aufzählen: Individueller Versicherungsschutz: Versicherte können sich den Leistungsumfang nach ihren Bedürfnissen zusammenstellen. Verlässlichkeit: Der vertraglich vereinbarte Leistungsumfang kann nicht gekürzt werden. Freie Wahl unter allen ambulant tätigen Ärzten, Ärzte haben bei der Behandlung von Privatpatienten volle Therapiefreiheit. Medizinischer Fortschritt: Schneller Zugang zu medizinischen Innovationen

Was raten Sie Maklern, die sich fragen, wie sie ihre PKV-Beratung in Zukunft gestalten sollen?

Hier gilt im Prinzip das Gleiche wie bei den beiden Fragen zuvor. Die Vermittler und Vertriebspartner müssen den Menschen, deren Vorbehalte gegen die PKV vor allem finanzieller Art sind, zeigen, dass die PKV keineswegs ein unkalkulierbares Risiko ist. Ganz im Gegenteil. In der Vermittlung Privater Krankenversicherungen müssen unsere starken Leistungen und unser umfangreicher Service im Vordergrund stehen. Wenn dies gelingt, wird die Zahl der Menschen, die sich für die PKV entscheiden, langfristig weiter steigen.


Pfefferminzia HIGHNOON