Martin Gräfer, Vorstand der Bayerischen © Sebastian Widmann
  • Von Redaktion
  • 07.06.2016 um 11:45
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Pfefferminzia sprach mit Bayerische-Vorstand Martin Gräfer über Vor- und Nachteile von Insurtechs, Riester und die Absenkung des Garantiezinses.

Die Bayerische hat angekündigt, junge Insurtech-Firmen unterstützen zu wollen. Was erhoffen Sie sich davon?

Martin Gräfer: Wir unterstützen gemeinsam mit weiteren Versicherern wie Allianz und Munich Re die bayerische Brancheninitiative „Werk 1“. Wir erhoffen uns von den Bewerbungskonzepten, die in diesen Tagen eingegangen sind, wichtige Impulse, um unsere Zukunft zu gestalten.

Im Gegenzug sponsern wir die Initiative nicht nur, sondern bieten vom Vorstand bis zu ausgewählten Führungskräften auch Coachings zum Beispiel zu kaufmännischen und strategischen Themen an. Wir begleiten die Neugründer also und finanzieren die Infrastruktur von „Werk 1“ mit.

Gibt es schon erste Konzepte?

Es gab über 40 Einreichungen, die momentan in der Prüfungsphase sind. Ich bin sehr gespannt, wie die Vorschläge am Ende aussehen werden.

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Viele Insurtechs greifen das Berufsbild des Maklers an und „fischen“ deren Kunden ab. Wie stehen Sie dazu?

Diese Insurtechs sind im Gewand eines Maklers unterwegs und bieten Kunden eine neue Plattform. Kunden wollen offensichtlich auf einen Blick sehen, wie ihre Verträge laufen. Versicherungen angenehm und unkompliziert verwalten zu können, ist eine an sich gute Idee.

Was ich kritisch sehe, ist die fehlende Transparenz der Angebote und die Antwort auf die Frage, welche echte Mehrleistung dahinter steckt. Viele Kunden wissen nicht, dass sie mit der Unterschrift am Smartphone ein vollumfängliches Maklermandat erteilen und damit ihren bisherigen Berater quasi „entmündigen“. Hinzu kommt, dass die eigentliche Arbeit dann die Versicherer machen müssen. Denn die Insurtechs fragen bei uns nach, welche Verträge der Kunde bei uns überhaupt hat, wer der bisherige Betreuer war und so weiter. Das ist ein ganz erheblicher  Aufwand, diese Informationen zusammenzustellen.

Zu Lasten und zu Kosten anderer sich selber günstig zu rechnen, ist kein Geschäftsmodell, das ich für zukunftsfähig halte. Ich habe schon überlegt, ob wir nicht für jede Mandatsbearbeitung aus dieser Richtung eine Gebühr verlangen sollten. Das heißt aber nicht, dass ich nicht auch Chancen für diese Anbieter sehe – und dies insbesondere dann, wenn eine qualifizierte Beratung geboten wird. Ob am Telefon oder im Web oder gar persönlich und in Kooperation mit regionalen Partnern. Und das zeigt: Die Geschäftsmodelle passen besser zusammen. Und das haben gerade auch einige Maklerpools mit ihren Lösungen gezeigt.

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