Interview mit DKM-Chef Konrad Schmidt „Uns ist es gelungen, die Qualität der DKM-Besucher deutlich zu steigern“

DKM-Chef Konrad Schmidt
DKM-Chef Konrad Schmidt © bbg

Die größte deutsche Versicherungsmesse öffnet in der kommenden Woche zum 20. Mal ihre Pforten. Wir haben DKM-Chef Konrad Schmidt gefragt, ob das umfangreiche Weiterbildungsprogramm zulasten der Besuche an den Ausstellerständen geht und ob sich das Fachpublikum auch noch in 20 Jahren unter einem Hallendach treffen wird.

| , aktualisiert um 15:32  Drucken
Pfefferminzia: In diesem Jahr kommt das Fachpublikum zum 20. Mal auf der DKM zusammen. Halten Sie es für denkbar, dass dies in 20 Jahren auch noch der Fall sein wird?

Konrad Schmidt: Das halte ich nicht nur für denkbar, sondern auch für realistisch. Das persönliche Gespräch ist und bleibt die Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Das gilt insbesondere für die Finanz- und Versicherungsbranche, bei der es beim Verkauf von Versicherungs- und Investmentprodukten im Wesentlichen um ein Versprechen für die Zukunft geht. Das dafür erforderliche Vertrauen, insbesondere wenn es um längere Laufzeiten und größere Investitionssummen geht, kann nur durch das persönliche Gespräch geschaffen werden. Und das gilt sowohl für die Beziehung vom unabhängigen Vermittler zum Aussteller als auch zum Endkunden. Diese Vielzahl an persönlichen Gesprächen geballt an zwei Tagen gibt es nur auf der DKM. Als Branchentreffpunkt ermöglicht es die Messe außerdem, dass Trends und Entwicklungen gezeigt, diskutiert und weiter vorangetrieben werden. Das ist für die Branche, aber auch für jeden einzelnen Marktteilnehmer wichtig.



Im vergangenen Jahr stand insbesondere die Vermittlervergütung in Fokus der Gespräche. Welche Themen bergen aus Ihrer Sicht in diesem Jahr besonderen Diskussionsstoff?

Die Vergütung spielt sicherlich auch in diesem Jahr eine große Rolle. Im direkten Zusammenhang dazu, und damit genauso wichtig, steht hier die Digitalisierung. Bei rückläufiger Vergütung ist es für jeden unabhängigen Vermittler umso wichtiger, seine Prozesse im Griff zu haben, sodass sich der Aufwand pro Vertrag beziehungsweise Kunde reduziert und das Geschäft ertragreich bleibt. Die Digitalisierung erhält momentan Einzug in alle Bereiche: Betrieb, Vertrieb, Schadenabwicklung und so weiter. Das ist eine erforderliche und begrüßenswerte Entwicklung, die auf der DKM intensiv diskutiert wird.

Um die Makler nach Dortmund zu locken, setzt das DKM-Management auch in diesem Jahr wieder auf ein üppiges Rahmenprogramm aus Workshops und Kongressen für die es in vielen Fällen auch Weiterbildungspunkte gibt. Wie treten Sie möglichen Bedenken entgegen, dass das Rahmenprogramm zulasten der Stand-Besuche geht?

Das umfangreiche Weiterbildungsprogramm der DKM dient einerseits dazu, die Attraktivität eines Messebesuches für die unabhängigen Vermittler zu erhöhen. Andererseits ist das Thema Weiterbildung nicht nur wegen der verschärften Rahmenbedingungen erforderlich, sondern steigert auch die Qualität der unabhängigen Vermittler insgesamt.

Unter anderem durch die umfangreichen Weiterbildungsmöglichkeiten auf der DKM ist es uns gelungen, die Qualität der DKM-Besucher deutlich zu steigern. Das bekommen wir in den Rückmeldungen der Aussteller widergespiegelt, die sich über diese Entwicklung freuen und diese schätzen. Der Aussteller möchte ja nicht nur, dass der Standbesucher seine Produkte gut findet, sondern der unabhängige Vermittler muss die Hintergründe und Entwicklungen in dem jeweiligen Bereich verstehen. Nur so kann er erfolgreich sein und davon profitiert dann auch der Aussteller.

Die Insurtechs haben in den vergangenen Wochen und Monaten für lebhafte Schlagzeilen gesorgt. Inwieweit stellen die neuen Start-ups eine Bereicherung für die Messe dar?

Mit einem umfangreichen Themenpark und einem zweitägigen Kongress werden die Insurtechs zu einem Schwerpunkt der DKM 2016. Die Insurtechs können die vorhin angesprochene Digitalisierung der Branche vorantreiben. Sei es mit einem kooperativen Ansatz für die etablierten Marktplayer oder sei es mit einem konkurrierenden Ansatz auf die sich die Etablierten einstellen oder auf die sie reagieren müssen. In jedem Fall ist es wichtig, sich mit diesen neuen Branchenteilnehmern zu beschäftigen und zu verstehen, was diese leisten können und was nicht. Durch den Kongress und den Themenpark ist das auf der DKM 2016 sehr gut möglich und das Themenspektrum wird eine weitere Bereicherung der Messe sein.
Pfefferminzia HIGHNOON