Baustelle für ein Wohnhaus: Die Einschränkungen in der Corona-Krise können beim Hauskauf zu Verzögerungen führen. © Pixabay
  • Von Hannah Dudeck
  • 23.04.2020 um 16:47
artikel drucken artikel drucken
lesedauer Lesedauer: ca. 01:30 Min

Der Baufinanzierungsvermittler Interhyp rechnet nicht damit, dass Privatkunden ihre Kaufpläne in der Corona-Krise aufgeben. Im Gegenteil könnten Preisrückgänge bei Wohnimmobilien mehr Interessenten locken, wie das Portal auf Basis einer Umfrage berichtet.

Wie wirkt sich die Corona-Krise auf dem Immobilienmarkt in Deutschland aus?

Interhyp, Vermittler privater Baufinanzierungen, hält zwar Verzögerungen durch die derzeitigen Einschränkungen für möglich. Mirjam Mohr, Vorständin für das Privatkundengeschäft, erwartet aber, dass Käufer ihr Vorhaben deshalb nicht aufgeben, sondern nur verschieben.

„Wenn aufgrund derzeitiger praktischer Schwierigkeiten etwa bei Besichtigungen Käufe nicht zustande kommen, dürften diese in vielen Fällen später doch noch realisiert werden“, wird Mohr in einer Unternehmensmitteilung zitiert.

Einer Umfrage zufolge, die das Statistikportal Statista im Auftrag von Interhyp kurz vor der Corona-Krise unter 1.000 Befragten durchgeführt hat, glauben viele Deutsche, dass geringere Kaufpreise oder Baukosten die Menschen am ehesten dazu bewegen würden, Wohneigentum zu erwerben. 74 Prozent stimmten dieser Aussage zu.

Dass niedrigere Kaufnebenkosten wie Makler- und Notargebühren sowie Grunderwerbsteuer mehr Kaufinteressenten locken könnten, glauben noch 59 Prozent.

„Mögliche Preisrückgänge am Immobilienmarkt würden zu einem steigenden Käuferinteresse führen – und in Verbindung mit niedrigen Finanzierungszinsen dann wiederum einem stärkeren Preisrückgang entgegenwirken“, analysiert Jörg Utecht, Vorstandsvorsitzender bei Interhyp, die Ergebnisse aus heutiger Sicht, sprich nach Einsetzen der Corona-Pandemie.

Neben der Maklerprovision, die künftig zwischen Käufer und Verkäufer aufgeteilt werden soll, sei damit auch die Grunderwerbsteuer ein Hebel für die Politik, sagt Utecht. „Eine Senkung der Grunderwerbsteuer könnte den Erwerb von Wohneigentum in Deutschland erleichtern.“

Quelle: Interhyp/Statista-Umfrage

Ein weiteres Argument für einen Immobilienkauf wäre laut Umfrage für 57 Prozent eine höhere finanzielle Unterstützung etwa in Form von staatlichen Fördermitteln. 31 Prozent nennen günstigere Bauzinsen als Anreiz. Laut Interhyp haben die Konditionsschwankungen beim Baugeld in der Corona-Krise zwar zugenommen, die Zinsen für ein zehnjähriges Darlehen lägen aktuell in vielen Fällen aber immer noch unter einem Prozent, heißt es.

Von den Befragten, die noch kein Wohneigentum erworben haben, gab jeder Zweite an, bauen oder kaufen zu wollen (48 Prozent). Innerhalb der nächsten fünf Jahre wollten vor der Corona-Krise 19 Prozent in eine Immobilie investieren. Einen Zeithorizont von fünf bis zehn Jahren nannten 18 Prozent, in zehn Jahren oder später wollen 11 Prozent Haus oder Wohnung kaufen. Für 36 Prozent kommt ein Immobilienkauf dagegen nicht infrage, 16 Prozent haben sich darüber noch keine Gedanken gemacht.

autorAutorin
Hannah

Hannah Dudeck

Hannah Dudeck arbeitet seit 1. April 2020 als freie Redakteurin für Pfefferminzia.

kommentare

Hinterlasse eine Antwort

kommentare

Hinterlasse eine Antwort

smiley-icon

achtung: Sie nutzen einen veraltete Version des Internet Explorer und daher kann es eventuell zu fehlerhaften Darstellungen kommen. Wir empfehlen den Internet Explorer zu aktualisieren oder Google Chrome zu nutzen.

verstanden!