Hermann Hübner ist Vorstandsvorsitzender der Vema Versicherungsmakler Genossenschaft. © Vema
  • Von Redaktion
  • 30.08.2019 um 10:23
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Hermann Hübner, Vorstandsvorsitzender der Vema Versicherungsmakler Genossenschaft, über die Hauptaufgabe eines Pools in der digitalen Welt, die Herausforderungen der demografischen Entwicklung in Deutschland und die wesentlichen Fragen, die sich ein Makler bei der Wahl eines passenden Dienstleisters stellen sollte.

Pfefferminzia: Welche Hauptaufgabe hat ein Maklerdienstleister – egal ob Verbund oder Pool – gegenüber Maklern in der heutigen digitalisierten Welt?
Hermann Hübner: Auf einen Punkt komprimiert muss ein Maklerdienstleister das Arbeitsleben eines Maklers heute vielseitig bereichern und erleichtern. Es genügt nicht mehr, nur Anbindungen zur Verfügung zu stellen und Courtage weiterzuleiten. Heute müssen technische Infrastrukturen geschaffen werden, die es auch einem typischen Maklerhaus mit seinen Mitarbeitern möglich machen, auf der Höhe der Zeit zu bleiben. Dies, ohne die eigene Individualität und Persönlichkeit als Firma aufgeben zu müssen.

Wird sich diese Aufgabe in den kommenden fünf bis zehn Jahren Ihrer Ansicht nach wandeln?
Sie wird sich weniger wandeln, als viel mehr an Bedeutung für die Makler zunehmen. Als Maklerdienstleister müssen Angebote geschaffen werden, verschiedene Prozesse im Maklerbetrieb weiter zu optimieren oder zu automatisieren. Es ist nicht mehr zeitgemäß, dass vielleicht gleich mehrere Innendienstkräfte benötigt werden, um Unterlagen oder Daten im Verwaltungsprogramm aktuell zu halten. Das kostet Zeit für das Wesentliche: Makler sein und Kunden betreuen. Und auch da kann man den Makler mit zentralen Kampagnen unterstützen. Die Entscheidung, ob und welchen Kunden der Wechsel vorgeschlagen wird, muss aber immer beim Makler liegen. Es kann nicht sein, dass man einen unabhängigen Makler bevormundet oder über dessen Kopf hinweg Entscheidungen für ihn trifft.

Pools müssen technisch auf der Höhe sein/bleiben, um heute im Wettbewerb um Makler zu bestehen. Wieviel kosten Sie diese Investitionen in die IT?
Unsere IT-Abteilung besteht aktuell aus 32 Personen. Aber auch viele unserer 110 Mitarbeiter beschäftigen sich fachlich mit IT-Prozessen. Zusammengefasst dürften rund 50 Prozent unserer Aufwände für den Geschäftsbetrieb von rund 10 Millionen Euro als Investitionen in die Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung der IT zuzurechnen sein.

Können Sie diese Investitionen dauerhaft aufrechterhalten?
Ja, und wir wollen diese weiter ausbauen. Dank der hohen Nutzung der Vema wachsen unsere Erlöse jährlich im zweistelligen Bereich. Diese investieren wir größtenteils in die Weiterentwicklung unserer Dienste. Unsere Finanzlage erlaubt es uns auch, einen hohen Investitionsgrad bei gleichbleibendem oder rückläufigem Umsatz über einige Jahre hinweg zu halten – aber danach sieht es derzeit nicht aus, das Gegenteil ist der Fall: Wir wachsen so stark wie noch nie.

Fürchten Sie einen Markteintritt von Google, Amazon oder ähnlichen möglicherweise disruptiven Wettbewerbern?
Nein.

Welchen strategischen Nutzen haben Zukäufe für Sie?
Bisher haben wir keine Zukäufe getätigt und diese sind derzeit auch nicht geplant. Wir setzen auf organisches Wachstum. Falls sich gute Gelegenheiten ergeben, würden wir aber ernsthaft prüfen.

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