Hausratversicherung 2.0 Smarte Schutzpakete bei Datenverlust und Online-Betrug

Böse Überraschung zu Weihnachten: Wenn plötzlich die Dateien gestohlen sind
Böse Überraschung zu Weihnachten: Wenn plötzlich die Dateien gestohlen sind © Getty Images

Auf dem Weihnachtsmarkt und beim Geschenkebummel tummeln sich Diebe – auch online. Laut einer Studie der Uni Regensburg erhöht sich die Gefahr von Cyber-Angriffen im Dezember deutlich. Es lohnt sich daher nachzuprüfen, welche Hausratversicherungen neben dem Diebstahl von Laptop oder Smartphone auch teure Eigenschäden im Zusammenhang mit Datenklau abdecken.

| , aktualisiert am 05.02.2016 17:15  Drucken
90 Prozent der Deutschen über 10 Jahren sind täglich mehrere Stunden online und geben ihre Daten bereitwillig preis: auf dem PC wie auf dem Smartphone oder Tablet, in sozialen Netzwerken ebenso wie beim bequemen Online-Shopping. „11 Milliarden Euro Umsatz erwartet der Handelsverband Deutschland allein für das Online-Weihnachtsgeschäft 2015“, erklärt Christian Waldheim von der Oberösterreichischen Versicherung: „Und das, obwohl jeder Zehnte in Deutschland in den vergangenen zwölf Monaten finanziellen Schaden durch Online-Betrug erlitten hat.“

Bei vielen Verbrauchern steigt die Angst vor Hackern

Auch wenn Online-Shopping inzwischen für viele ganz normal ist, fürchtet die Mehrheit der Online-Kunden, dass ihre Bank- oder Kreditkartendaten in falsche Hände geraten. 63 Prozent aller Verbraucher glauben nicht zu wissen, wer ihre persönlichen Daten nutzt. 46 Prozent machen sich Sorgen, dass jemand mit ihren Daten Waren bestellen könnte und 42 Prozent fürchten sogar, das in ihrem Namen eine Straftat begangen werden könnte, so das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV).

Zudem machen Internet-Shoppern auch Betrugsversuche durch Phishing zu schaffen. Um Kreditkartendaten oder Zugangsdaten der Online-Konten zu ergaunern, versuchen Cyber-Kriminelle mit täuschend echt aussehenden Internetseiten oder durch massenhaftes Versenden von Phishing-Mails an Nutzerdaten zu kommen. Hiermit werden die User aufgefordert, Daten zum Konto oder der Kreditkarte einzugeben oder im vermeintlichen Namen der Bank oder des Händlers einen Anhang zu öffnen. Verdächtige Mails wie diese sollten im Zweifelsfall immer ignoriert werden.

Sicherheitsnetz fürs Netz – erste Hausratversicherer erkennen den Bedarf

Obwohl Sicherheitsbedürfnis und Bedarf der Bundesbürger groß sind, übernehmen bislang nur wenige Hausratversicherer die durch Cyber-Risiken entstehenden Kosten. In Hausrat-Policen ist standardmäßig nur die Hardware eingeschlossen. Wenn beispielsweise der Laptop oder Computer aus dem Arbeitszimmer gestohlen wird, zahlt die Versicherung. Schließlich handelt es sich um Haushaltsgegenstände. Gleiches gilt bei Brand oder bei Zerstörung durch Blitzschlag, sofern dieser nicht durch einen Überspannungsschaden verursacht wurde, der nur teilweise in den Basistarifen abgedeckt ist.

„Die Kostenübernahme für den bei Diebstahl oft folgeschwereren Datenverlust, für Datenklau oder Missbrauch durch sogenannte Cyber-Attacken ist dagegen eine freiwillig angebotene Leistung der Versicherer“, sagt Waldheim. Mittlerweile ist diese optional zubuchbar oder im Rahmen einiger weniger Premium-Tarife enthalten. Dazu zählen der „Besser Plus“-Tarif der LehrerBrandkasse Niedersachsen (LBN), der Tarif „DaHeim Premium“ der Oberösterreichischen Versicherung und der Huk Coburg Classic, die jeweils Datenrettungskosten bis 1.000 Euro übernehmen und in gleicher Summe für finanzielle Verluste durch Phishing-Angriffe aufkommen.

Janitos liefert in der Variante „Best Selection“ sogar Multigarantie und Onlineschutz bis zu 5 Prozent der Versicherungssumme (maximal 2.000 Euro). Dafür liegt die jährliche Prämie hier deutlich höher als bei den zuvor genannten Versicherern. 

Unbeschwert im Netz? Das bieten Haftpflicht-, Rechtsschutz- und Cyber-Policen

Die Vielfalt an sogenannten Online-Policen ist komplex und schwer überschaubar. Neben den Hausratversicherern gibt es gut ausgestaltete Privat-Haftpflichtversicherungen, die vor Schäden durch elektronischen Datenaustausch im Internet, per E-Mail oder mittels Datenträgern schützen. Jedoch greifen diese nicht bei Eigenschäden, sondern nur, wenn der Versicherte selbst einem Dritten einen solchen Schaden verursacht hat. Der Internet-Schutz gehört zwar zum Standard, doch gibt es Unterschiede bei der Versicherungssumme und dem Geltungsbereich.

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Rechtschutztarifen mit einem Baustein für Online-Rechtschutz, der beim Streit um Identitätsmissbrauch oder im Online-Handel hilft, in vielen Fällen aber auf das Vertrags- und Sachrecht für über das Internet abgeschlossene Verträge begrenzt ist. Spezielle Cyber-Policen gehen mit ihren Leistungen über die der klassischen Haftpflicht- oder Hausratpolicen hinaus. Viele der hier aufgeführten Extras wie aktiver Strafrechtsschutz fällt genauer betrachtet häufig gering aus.

Für aktive Internet-Nutzer kann der Online-Schutz eine sinnvolle Ergänzung im Versicherungsportfolio sein. Bei der Wahl des passenden Produkts ist der Beratungsbedarf aufgrund der Vielzahl an Möglichkeiten entsprechend hoch.

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