Marco Latten ist Leiter Sales Management und Sales Operations bei der Gewerbeversicherungsplattform Thinksurance. © Thinksurance
  • Von Lorenz Klein
  • 11.05.2022 um 11:57
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„Immer mehr Handwerker-Autos geplündert“, titelte jüngst eine Hamburger Zeitung – ein Problem, das Handwerksbetriebe bundesweit betrifft. Denn anders als viele meinen, reicht die Kaskoversicherung hier nicht aus. Worauf es bei einer gewerblichen Autoinhaltsversicherung ankommt, erklärt Thinksurance-Experte Marco Latten im Interview.

Pfefferminzia: Handwerker transportieren im firmeneigenen Fahrzeug allerhand wertvolles – sei es das eigene Werkzeug oder auch Bauteile für ihre Kunden. Welche Art von Schadenfällen beobachten Sie in der Praxis?

Marco Latten: Wir beobachten bei Handwerksfahrzeugen und Anhängern eine deutliche Zunahme an Diebstählen. Viele Handwerksbetriebe glauben irrtümlicherweise, über ihre Kaskoversicherung abgesichert zu sein und verzichten daher auf die Autoinhaltsversicherung. Doch das ist fatal, denn zwar wird das Fahrzeug selbst oftmals wiedergefunden – die Arbeitsmittel, Materialien und Rohstoffe sind jedoch meistens weg und dazu nicht abgesichert, wenn kein passender Versicherungsschutz vorhanden ist.

Auf welche Kriterien sollten Makler beim Abschluss einer Autoinhaltsversicherung für Firmenfahrzeuge beziehungsweise Werkverkehrsversicherung achten und wie sollten sie bei der Tarifauswahl vorgehen?

Versetzen wir uns zunächst in den Handwerksalltag: Dass Firmenfahrzeuge täglich nach Ende der Tätigkeit komplett entladen und am nächsten Morgen wieder beladen werden, ist utopisch. Umso wichtiger ist ein voller Schutz, denn der Fahrzeuginhalt ist existenziell. Zum Leistungsumfang einer Autoinhaltsversicherung gehört die Absicherung der im Fahrzeug oder Anhänger gelagerten und transportierten Güter gegen Schäden inklusive Diebstahl. Sowohl Arbeitsmaterialien, Werkzeuge und Ersatzteile als auch Verkaufs- und Reparaturware oder eingekaufte Rohstoffe und Zubehörteile, wie beispielsweise Badarmaturen oder Heizkessel, sind hier gemeint.

Zum zweiten Teil Ihrer Frage ist zu betonen, dass es bei der Tarifauswahl drei Wege gibt: Beim ersten Weg konzentriert man sich auf  die Versicherungssumme, die sich aus den Werten ergibt, die sich typischerweise zusammengenommen in einem Fahrzeug befinden. Beim zweiten Weg stehen Tages- beziehungsweise Ladungsmaximum im Vordergrund und der dritte Weg stellt Pauschal-Entschädigungen in Aussicht.

Mit welchen Kosten muss ein Handwerksbetrieb beim Abschluss einer Police rechnen und wonach bemisst sich die Prämie?

Die Prämie bemisst sich in erster Linie nach der gewählten Versicherungssumme/Absicherung. Hinzu kommen weitere typische Faktoren wie Vorschäden, Selbstbehalte et cetera. Meisterbetriebe und Mitglieder in Versorgungswerken bekommen bei manchen Versicherern besondere Rabatte.

Eine konkrete und pauschale Kostenschätzung ist aus genannten Gründen schwierig. Nehmen wir ein Beispiel zur Veranschaulichung: Der Versicherungsnehmer schließt eine Versicherungssumme von 10.000 Euro und ohne Selbstbehalt ab und hat keine Vorschäden. Dann bewegt sich die Prämie für gewöhnlich grob zwischen 175 und 300 Euro im Jahr.

Ein Tipp: Es lohnt sich ein Blick in die bestehende Geschäftsinhaltsversicherung, denn hier ist manchmal bereits eine „kleine Autoinhaltsversicherung“ enthalten. Insbesondere im Hinblick auf die Versicherungssumme gilt es natürlich, das im Einzelfall zu prüfen.

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Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit 2016 an.

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