„Wir wissen zu wenig, was wirklich passiert“: Frank Grund, Exekutivdirektor Versicherungs- und Pensionsfondsaufsicht bei der Bafin, mahnt zu einer vorsichtigen Zeichnungspolitik in der Cyberversicherung. © Euroforum Deutschland
  • Von Lorenz Klein
  • 24.01.2020 um 16:13
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Wachsenden Kundenansprüchen Herr werden und parallel die veralteten IT-Systeme auf Vordermann bringen – die gewerblichen Haftpflichtversicherer müssen an vielen Fronten gleichzeitig präsent sein. Obendrein schwelt eine Debatte darüber, ob Cyberrisiken überhaupt adäquat versichert werden können. „Zeichnen Sie Cyber vorsichtig“, so der eindringliche Appell von Versicherungsaufseher Frank Grund in Hamburg.


Foto: Euroforum Deutschland

Stefan Segger, Geschäftsführer der Segger Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, ging in seinem Vortrag auf den Megatrend „Big Data und Künstliche Intelligenz bei Versicherern“ ein und nahm dabei speziell die Perspektive der Versicherungsaufsicht ein.

Der KI-Experte erklärte, dass die Finanzaufsicht Bafin bislang noch keine Antworten auf das Thema gefunden habe. „Die Aufsicht über Algorithmen ist bislang noch nicht geklärt“, sagte Segger, der allerdings davon ausgeht, dass man im Februar 2020 „Konkretisierungen“ seitens der Bafin sehen werde.

Klar sei aber schon jetzt: Es soll auch künftig keine Abwälzung von Verantwortung durch Menschen auf Maschinen geben. Dabei kam der Jurist auch darauf zu sprechen, dass es in Zukunft maschinelle Standards für den Einsatz von Algorithmen geben müsse, um beispielsweise eine Diskriminierung von Kunden zu verhindern. Hierbei sei eine formale Zertifizierung von Algorithmen als „Vorab-Kontrolle“ durch die Bafin denkbar.

Dies sei „die Stunde der Aktuare“ kündigte Segger an, weil das Know-how der Versicherungsmathematiker bei der Entwicklung von versicherungsrelevanten Algorithmen stark gefragt sein werde.

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Lorenz Klein ist seit Oktober 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit Oktober 2016 an.

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