Grüne fordern weniger Förderung für Minijobs Minijobber sind meist nicht rentenversichert

Brigitte Pothmer, Sprecherin für Arbeitsmarktpolitik bei den Grünen.
Brigitte Pothmer, Sprecherin für Arbeitsmarktpolitik bei den Grünen. © Buendnis 90, Die Gruenen

Viel zu wenige Minijobber sind gesetzlich rentenversichert. Das gilt sowohl für den gewerblichen als auch für den privaten Bereich, ergab eine Anfrage der Grünen im Bundestag. Grünen-Politikerin Brigitte Pothmer will sich nun für eine Reform einsetzen.

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Auf Anfrage der Grünen hat der Bundestag Informationen über die Rentenversicherungsrate bei Minijobbern herausgegeben. Der Stand von Ende Juni 2016 ist erschreckend: Nur 17, 9 Prozent zahlen im gewerblichen Bereich in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Bei den Privathaushalten sind es 14,2 Prozent. Das berichtet die Saarbrücker Zeitung.

Eigentlich besteht seit dem 1. Januar 2013 bei dieser Art von Beschäftigung eine Pflicht zur gesetzlichen Rentenversicherung. Dennoch kann man einen Antrag auf Befreiung einreichen – offensichtlich machen viele davon Gebrauch.



„Wenn im Umkehrschluss über 82 Prozent der Minijobber im gewerblichen und fast 86 Prozent im privaten Bereich ohne Rentenversicherung sind, dann kann von einer Altersvorsorge keine Rede sein“, sagt die Arbeitsmarktexpertin der Grünen, Brigitte Pothmer.

Zudem nennt sie mehrere Probleme der Minijobs: Für Frauen seien sie eine berufliche Sackgasse. Auch seien sie ungeeignet für die Verhinderung und Bekämpfung von Schwarzarbeit.

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Pothmer appelliert, Minijobs insgesamt weniger zu fördern. Stattdessen sollten existenzsichernde Arbeitsplatze mehr unterstützt werden: „Das bedeutet, geringfügige Jobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse umzuwandeln.“
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