Grafik-Strecke Ab 75 Jahren steigt das Pflegerisiko deutlich

Eine Pflegerin liest einer älteren Dame, die an Alzheimer erkrankt ist, eine Geschichte vor: Prognosen prohezeien, dass Demenz-Erkrankungen in den kommenden Jahren stark zunehmen werden..
Eine Pflegerin liest einer älteren Dame, die an Alzheimer erkrankt ist, eine Geschichte vor: Prognosen prohezeien, dass Demenz-Erkrankungen in den kommenden Jahren stark zunehmen werden.. © Getty Images

Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland steigt. Gerade ältere Menschen erwischt es dabei regelmäßig. So sind 55 Prozent der Pflegebedürftigen 80 Jahre und älter, zeigt eine aktuelle Broschüre des Statistischen Bundesamts.

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2,6 Millionen Menschen in Deutschland waren Ende 2013 pflegebedürftig im Sinne des Sozialgesetzbuchs XI. 83 Prozent davon waren mindestens 65 Jahre alt, 55 Prozent waren 80 Jahre und älter. Das zeigt die Broschüre „Ältere Menschen in Deutschland und der EU“ des Statistischen Bundesamts.



Seit 2003 bis 2013 hat der Anteil aller Pflegebedürftigen an der Gesamtbevölkerung von 2,5 auf 3,3 Prozent zugelegt, heißt es dort weiter. Grund dafür ist die demografische Entwicklung. Lebten 2003 noch 3,4 Millionen über 80-Jährige in der Bundesrepublik, waren es 2013 schon eine Million mehr.

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Weiteres Ergebnis der Analyse: Bis 75 sind die meisten Menschen dabei noch mehr oder weniger fit. Ab dann steigt das Risiko der Pflegebedürftigkeit aber deutlich an. Sind von den 70- bis 74-Jährigen laut der Destatis-Daten 5 Prozent pflegebedürftig gewesen, liegt der Anteil bei den über 90-Jährigen bei 64 Prozent.



71 Prozent aller Pflegebedürftigen wurden 2013 zu Hause versorgt. Davon wurden 1,3 Millionen durch Angehörige gepflegt, weitere 616.000 zum Teil oder vollständig durch ambulante Pflegedienste.



29 Prozent aller Pflegebedürftigen (764.000 Personen) mussten in Pflegeheimen vollstationär betreut werden. Auch hier spielt das Alter eine Rolle: Von den Pflegebedürftigen zwischen 65 und 69 Jahren wurden 22 Prozent im Heim versorgt. Ab 90 Jahren war es dann knapp die Hälfte (45 Prozent).



In den kommenden Jahren wird dieser Trend weiter zunehmen, zeigen Prognosen der Statistiker. So könnte laut einer gemeinsamen Vorausberechnung der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder die Zahl der Pflegebedürftigen von 2,6 Millionen im Jahr 2013 auf etwa 3,4 Millionen im Jahr 2030 steigen.

„Zusätzliche Effekte könnten sich durch den zum Jahresanfang 2017 vorgesehenen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff entstehen, der dem besonderen Hilfs- und Betreuungsbedarf von Menschen mit psychischen und kognitiven Einschränkungen, wie zum Beispiel Demenzkranken, besser gerecht werden soll“, heißt es in der Broschüre weiter.
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