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Gewinne? Fehlanzeige Die meisten Fintechs verlieren Geld

Junge Unternehmer in der Factory Berlin, dem Zentrum für Start-ups in der Hauptstadt.
Junge Unternehmer in der Factory Berlin, dem Zentrum für Start-ups in der Hauptstadt. © dpa/picture alliance

Kaum ein Finanz-Start-up erwirtschaftet derzeit ordentliche Gewinne. Vielmehr verbrennen die Fintechs im Moment eher Geld, zeigt ein Bericht des Magazins Capital. Und zwar nicht nur die jungen im Markt, sondern auch die, die schon seit Jahren dabei sind. Die Details gibt es hier.

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Fintechs sind derzeit in aller Munde. Von vielen wird erwartet, dass sie ihre Branchen kräftig umkrempeln werden. Auch wenn das stimmt, so lohnt sich das für die Unternehmen zuerst mal nicht. Denn wie das Magazin Capital in einer Umfrage unter 24 der größten und bekanntesten deutschen Finanz-Start-ups herausfand, macht nur ein Unternehmen tatsächlich Gewinn.

Dabei handelt es sich um die Mülheimer Firma Fincite, die 2015 nach eigenen Angaben einen Überschuss „im sechsstelligen Bereich“ erwirtschaftete. Fincite ist als Dienstleister unter anderem für die Deutsche Bank tätig.



Viele Fintechs wollten bei der Umfrage keine Angaben zu Umsätzen oder Gewinn machen. Laut Recherchen der Journalisten von Capital ist es aber so, dass die meisten deutschen Fintechs Geld verlieren. Auf eine niedrige dreistellige Millionensumme sollen sich die Verluste inzwischen läppern.

Das liegt eigentlich erstmal in der Natur der Sache für junge Unternehmen, dass sie am Markt erstmal Fuß fassen müssen. Aber selbst gestandene Fintechs wie die Kreditvermittler Smava und Auxmoney, die schon seit Jahren im Geschäft sind, haben Capital-Informationen zufolge noch nie schwarze Zahlen geschrieben.

„Verlieren den Kunden aus den Augen“

Auxmoney habe 2013 einen Verlust von 6,1 Millionen Euro und 2014 von 8,5 Millionen Euro eingefahren. Bei Smava kam 2014 zu einem Verlustvortrag von 11,5 Millionen Euro ein zusätzliches Minus von 3,0 Millionen Euro. Dass es die Firmen noch gibt, liegt daran, dass sie zwischenzeitlich immer wieder frisches Geld bekommen. So stieg etwa die Risikokapitalgesellschaft von Pro Sieben Sat 1 kürzlich bei Auxmoney ein.

Ältere Finanzunternehmen wie der Baugeldvermittler Hypoport (Dr. Klein) sehen das Ganze eher kritisch. „Viele Fintechs meinen, wenn sie eine Finanzierung bekommen, dann haben sie schon Umsatz gemacht. Und wenn sie tatsächlich mal Umsatz machen, dann halten sie das für Gewinn“, sagt Hypoport-Chef Ronald Slabke. Und Interhyp-Gründer Marcus Wolsdorf meint: „Bei vielen aus der Szene habe ich das Gefühl, sie sind so verliebt in ihre Produkte, dass sie den Kunden völlig aus den Augen verlieren.“
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