Gestresste Arbeitnehmer Menge verschriebener Antidepressiva hat sich verdoppelt

Die  Grafik zeigt die Tagesdosen verordneter Antidepressiva von 2000 bis 2016 je Berufstätigem.
Die Grafik zeigt die Tagesdosen verordneter Antidepressiva von 2000 bis 2016 je Berufstätigem. © TK

Fast die Hälfte der Bundesbürger fühlt sich abgearbeitet und verbraucht. Bei jedem Vierten ist es schon so schlimm, dass die üblichen Ausgleichsstrategien nicht reichen, um den Stresspegel wieder runterzufahren, berichtet die Techniker Krankenkasse. Die Folge: Sie nehmen mehr Medikamente.

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„Statistisch gesehen bekam jeder Beschäftigte im vergangenen Jahr für durchschnittlich zwei Wochen Antidepressiva verschrieben“, heißt es in der Stress-Studie der Techniker Krankenkasse (TK). Die verschriebene Menge habe sich damit seit 2007 mehr als verdoppelt.

Grund für diese Entwicklung: 43 Prozent der Bürger fühlen sich runtergewirtschaftet und gestresst. Viele können deshalb auch in ihrer Freizeit nicht mehr richtig abschalten. Nicht nur steigt daher die Zahl der Krankschreibungen aufgrund von Stress und Depressionen, auch Antidepressiva werden immer öfter verschrieben.

Prophylaxe muss gestärkt werden

„Frauen bekommen insgesamt weniger Medikamente, aber mehr Antidepressiva verordnet als Männer. Bei männlichen Beschäftigten steigt das Volumen jedoch schneller“, sagt Albrecht Wehner, verantwortlich für die Gesundheitsberichterstattung der TK. So erhielten die Herren im Schnitt für 10,5 Tage Medikamente gegen Depressionen, das sind 114 Prozent mehr als 2007. „Bei Frauen stieg die verordnete Dosis im selben Zeitraum ‚nur‘ um 93 Prozent von 8,7 auf 16,8 Tageseinheiten.“

Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssten dafür sorgen, dass das Energielevel der Beschäftigten im grünen Bereich bleibe. Ausgleichsstrategien, Achtsamkeit, Resilienz und Burnout-Prophylaxe seien deshalb wichtige Themen für das Betriebliche Gesundheitsmanagement.

Aber:

Nur auf die Stressresistenz der Beschäftigten einzuwirken, damit sie mit ungesunden Arbeitsabläufen besser zurechtkommen, reiche aber nicht aus, so Wehner: „Die bessere Strategie ist natürlich, bei den Ursachen anzusetzen und Arbeitsläufe besser zu gestalten und in der Freizeit für Ausgleich zu sorgen.“

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