„Gesparte Summen oft nicht weitergegeben“ Hausratversicherer in der Kritik

Hermann-Josef Tenhagen ist Chefredakteur des Verbraucherportals Finanztip.
Hermann-Josef Tenhagen ist Chefredakteur des Verbraucherportals Finanztip. © Finanztip

Die Einbruchzahlen seien rückläufig, trotzdem gewährten die Versicherer ihren Kunden kaum Beitragsentlastungen, kritisiert der Versicherungsjournalist Hermann-Josef Tenhagen. Der Versicherungsverband GDV hält die Kritik für unberechtigt.

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Diese Entwicklung ist zunächst einmal positiv zu bewerten: Einbrüche nahmen hierzulande in den vergangenen Jahren deutlich ab. 2017 gab es bundesweit nur noch 116.000 Einbrüche, ein Drittel weniger als zwei Jahre zuvor.  

Neben Mietern und Eigenheimbesitzern dürfte sich auch die Versicherungsbranche über diesen Trend freuen: „Schließlich sparen weniger Einbrüche den Versicherern jede Menge Kosten“, schreibt der Versicherungsjournalist Hermann-Josef Tenhagen in seiner aktuellen Kolumne auf Spiegel Online. Neben den direkten Kosten für die Schadenregulierung spare die Branche auch administrative Kosten, die für jeden Einbruch anfalle – zumal Einbrüche mit über einem Drittel der gesamten Leistungssumme den größte Einzelposten in der Schadenversicherung darstelle.

Zugleich machten die Versicherer in der Hausratversicherung einen „ordentlichen Gewinn“, schreibt Tenhagen, denn es würden „nur knapp 50 Prozent der Beitragseinnahmen tatsächlich wieder an die Kunden für Schäden ausgezahlt“. Und während die Zahl der Einbruchschäden „deutlich zurückgegangen“ sei, seien die Prämien im Schnitt gestiegen, konstatiert der Chefredakteur des Verbraucherportals Finanztip. „Weniger Schäden, etwas höhere Einnahmen – da freut sich der Versicherungsvorstand.“

„Definitiv Raum für niedrigere Preise“

„Ein Rückgang der Schäden wurde nicht bestritten“, berichtet der Autor auf Basis einer Anfrage bei Branchenriesen wie Allianz, R+V oder Ergo. „Die Gewinne durch hohe Beiträge und niedrigere Schäden mochte aber keines der Unternehmen aufgeben“, schreibt Tenhagen. Einzig die R+V habe mitgeteilt, bei neuen Tarifen seit dem Januar 2018 „in Teilbereichen günstiger“ geworden zu sein. Für Kunden sei die Botschaft „eindeutig“, schlussfolgert er: „Bei der Hausratversicherung ist definitiv Raum für niedrigere Preise.“

GDV verweist auf höhere Leitungswasserschäden

Der Versicherungsverband GDV will die Preispolitik der Gesellschaften nicht kommentieren. „Versicherungsbeiträge sind Sache der einzelnen Unternehmen, dazu können und dürfen wir uns als Verband nicht äußern“, teilt ein Verbandssprecher auf Nachfrage von Pfefferminzia mit. „Grundsätzlich entfällt aber nur ein verhältnismäßig geringer Teil der Gesamtprämie für die Hausratversicherung auf das Risiko Einbruch“, heißt es weiter.

So decke die Hausratversicherung zahlreiche weitere Schäden ab, unter anderem durch Stürme, Tornados, Feuer und geplatzte Wasserrohre. „Gerade für die Leitungswasserschäden sind die Leistungen in den letzten Jahren spürbar gestiegen“, so der Sprecher. In der Hausratversicherung insgesamt machten Schäden und Kosten (etwa für die Schadenregulierung) 2015 über 81 Prozent der Beitragseinnahmen aus, 2016 rund 80 Prozent, verlautbart der Verband.

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