Gerade in den Großstädten Altersarmut wird sich in Zukunft verschärfen

Rentner mit Aldi-Tüte: Altersarmut wird in Zukunft immer mehr Deutsche treffen.
Rentner mit Aldi-Tüte: Altersarmut wird in Zukunft immer mehr Deutsche treffen. © dpa/picture alliance

Immer mehr ältere Menschen in Deutschland schlittern in die Altersarmut. 2006 war jeder zehnte Über-65-Jährige davon bedroht, 2013 war es schon jeder siebte. Besonders häufig trifft es Frauen, Alleinstehende, Geringqualifizierte und Migranten.

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Wegen des sinkenden Rentenniveaus droht sich das Problem aber weiter zu verschärfen. Dann wird es wohl auch die bürgerliche Mittelschicht treffen. „Bisher gibt es noch kein schlüssiges Konzept, um das zu verhindern“, so Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbandes VdK, gegenüber der Zeitung Die Welt.

Beispiel Bayern. Der Freistaat darf sich zwar über das höchste Wohlstandsniveau, den geringsten Anteil von Armutsgefährdung und die beste Arbeitsmarktlage freuen. Davon profitieren aber nun mal nicht alle. Im Schnitt mussten rund 600.000 Bürger mit einem Nettoeinkommen von 778 Euro im Monat auskommen.

Eine Langfrist-Prognose des Forschungsinstituts Prognos habe außerdem gerade festgestellt, dass die gesetzlichen Renten in den nächsten 25 Jahren zwar stärker steigen würden als die Inflation, Neu-Rentner aber wegen der Rentenreformen immer weniger Geld bekämen. Michael Böhmer, Chefvolkswirt bei Prognos: „Die Rentner-Paradiese werden mit Sicherheit nicht in den teuren Metropolen Deutschlands liegen.“ So hätte eine Verkäuferin mit zwei Kindern 2040 (in heutigen Werten gerechnet) in München eine Rentenkaufkraft von 838 Euro, in Tirschenreuth in der Oberpfalz wären es 1.313 Euro.
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