Assekuranz der Zukunft› zur Themenübersicht

GDV-Präsident Weiler über Run-off, Riester-Rente und Online-Vertrieb „Vertrauen ist zentral für die Lebensversicherung“

Ist GDV-Präsident: Wolfgang Weiler.
Ist GDV-Präsident: Wolfgang Weiler. © GDV

Der Präsident des Versicherungsverbands GDV, Wolfgang Weiler, schaut auf ein bewegtes Versicherungsjahr 2017 zurück. In einem Interview äußert sich der ehemalige Vorstandssprecher der Huk-Coburg über die jüngste Run-off-Debatte in der Lebensversicherung, ein staatliches Standard-Vorsorgeprodukt und die Zukunft der persönlichen Beratung.

|  Drucken

Die Run-off-Debatte in der Lebensversicherung hat die Branche in diesem Jahr besonders stark aufgewühlt: Verbraucherschützer sind alarmiert, Kunden verunsichert und Anbieter in Erklärungsnot. Der Präsident des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Wolfgang Weiler, nahm in einem Interview mit dem Verbandsmagazin zu diesem Thema sowie weiteren aktuellen und künftigen Branchenherausforderungen Stellung.  

„Wir erleben hier eine Folge der anhaltenden Niedrigzinspolitik, auf die Unternehmen reagieren müssen – auch mit neuen Produkten“, kommentiert Weiler die durchaus emotional geführte Diskussion um den Verkauf von Altbeständen in der Lebensversicherung – im Branchenjargon auch Run-off genannt.

Die Branche müsse intensiver kommunizieren und Sachverhalte erklären, fordert der GDV-Manager. Auch um klarzustellen, „dass durch die Übertragung von Beständen sich an den Rechten der Kunden nichts ändert“. Darüber wache die Finanzaufsicht Bafin, so Weiler.

Das sei wichtig, findet der GDV-Mann. Denn: „Vertrauen ist zentral für die Lebensversicherung.“

Von einem staatlichen Standard-Vorsorgeprodukt hält Weiler indes nichts. „Wir machen es besser“, meint der Verbandspräsident. Stattdessen solle lieber die Fördersystematik verbessert werden. Das sei besser, als über „neue, ordnungspolitisch fragwürdige Modelle nachzudenken“.

Als Beispiel nennt er die Riester-Rente. Sie sei ein „Standardprodukt“ bei rund 16,5 Millionen Verträgen. „Ist es nicht einfacher, ein eingeführtes Produkt weiterzuentwickeln, als völlig neu zu starten? Fast jeder kennt Riester, das ist ein Wert an sich“, findet Weiler.

Zudem erklärt er, was die Versicherungsbranche von anderen unterscheidet:

„Wir können nicht arbeiten wie eine Softwarefirma, die laufend Updates nachschiebt und das Produkt beim Kunden testen lässt“, sagt der langjährige Huk-Coburg-Chef. „Etwas schnell anfangen und umgehend bei Misserfolg einzustampfen ist sicher nicht die herkömmliche Herangehensweise unserer Branche.“

Auch zur persönlichen Beratung in Zeiten fortschreitender Digitalisierung hat Weiler eine klare Meinung: „Bei Produkten, die beratungsintensiv sind, die man selten abschließt, die langfristig wirken oder als existenziell empfunden werden, ist persönlicher Kontakt gefragt. Das wird auch so bleiben.“

Also kein Online-Vertrieb?

Er spiele zwar eine Rolle, wichtig sei aber das Zusammenspiel, so Weiler: „Das Internet ersetzt die Kommunikation zwischen Menschen nicht, sondern verändert sie, macht sie schneller und einfacher.“

Altersvorsorge neu gedacht
Werbung

Das seit Jahren anhaltende Niedrigzinsumfeld verändert nachhaltig die private Altersvorsorge. Lohnen sich die als verstaubt geltenden Versicherungsprodukte überhaupt noch? Und wie können Sparer ihre Anlageziele optimal erreichen und ihr Langlebigkeitsrisiko absichern? Das erläutert Stephan Hoppe, Direktor Investmentstrategie bei Standard Life, im Interview.

Standard Life bleibt Standard Life
Werbung

Obwohl Standard Life jetzt offiziell der Phoenix Gruppe angehört, wird sich für die deutschen und österreichischen Vertriebspartner und Kunden des Versicherers in Zukunft nichts ändern.

Im Video-Interview spricht Susan McInnes, Vorstandsvorsitzende der Standard Life Versicherung, über ihre Pläne und die Details der strategischen Partnerschaft mit der Phoenix Gruppe.

Basisrente: Alleskönner unter den Vorsorgeprodukten
Werbung


Mit einer Basisrente steht Ihren Kunden ein Vorsorgeprodukt zur Verfügung, das unter anderem flexible (Zu)Zahlungen, Steuervorteile sowie Pfändungs- und Insolvenzschutz bietet.

Werfen Sie jetzt einen Blick auf Ihren Bestand und sprechen Sie Ihre Kunden auf die Basisrente an. Denn noch können die zum Produkt gehörenden Steuervorteile für das laufende Jahr ausgeschöpft werden.

Informieren Sie sich zudem über die fondsgebundene Basisrentenversicherung Maxxellence Invest von Standard Life. Neben 50 neuen Fonds wartet das Produkt mit vielen Zusatzoptionen auf. Jetzt mehr erfahren!

Fit für den Brexit: Alles rund um die „Part-VII-Übertragung“
Werbung


Seitdem der Brexit-Termin feststeht, hat Standard Life begonnen, die Weichen neu zu stellen und die Übertragung der deutschen und österreichischen Verträge auf seine schottische Tochtergesellschaft vorzubereiten.

Als Basis für die Übertragung wird ein rechtliches Verfahren, die sogenannte „Part-VII-Übertragung“, dienen. Lesen Sie hier mehr über die geplanten Schritte, die Regulierungsfragen und den voraussichtlichen Zeitplan.