GDV mahnt zur „Sensibilität“ Flüchtlingsheime verlieren Versicherungsschutz

Der Ex-Bürgermeister von Tröglitz, Markus Nierth (rechts), nebst anderen Bürgern vor dem durch einen Brandanschlag beschädigten Flüchtlingsheim.
Der Ex-Bürgermeister von Tröglitz, Markus Nierth (rechts), nebst anderen Bürgern vor dem durch einen Brandanschlag beschädigten Flüchtlingsheim. © Getty Images

Als ob sie nicht schon genug Probleme hätten, droht vielen Flüchtlingsheimen nun auch eine Kündigung ihres Versicherungsvertrags. Der Versicherungsverband GDV bangt um den guten Ruf der Branche und mahnt zur „Sensibilität“.

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Spätestens nach dem Brandanschlag in Tröglitz ist klar: Gemeinden, die Flüchtlinge aufnehmen, leben gefährlich. Zu gefährlich, dachten sich wohl einige Versicherungen und verweigerten Flüchtlingsunterkünften den Versicherungsschutz. So berichtet die Bild von einem Feriendorf im Odenwald, das eine Kündigung seiner Inventarschutz-Police bekam, nachdem es Flüchtlinge aufgenommen hatte. Grund sei eine „Gefahrenerhöhung“ durch die neuen Bewohner gewesen, zitiert das Blatt das Schreiben. Nach einem Gespräch mit der Bild-Redaktion nahm der Versicherer die Kündigung allerdings zurück.

Kein Einzelfall. Laut Bild sollen die Beschwerden über Vertragskündigungen den Versicherungsverband GDV alarmiert haben. Die Interessensvertretung der deutschen Versicherungsgesellschaften habe am Freitag ein Rundschreiben an ihre Mitglieder verschickt, in dem sie sich besorgt über mögliche „Reputationsprobleme“ äußert und die Gesellschaften zur „Sensibilität“ mahnt.

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