Mit einem neuen Fondstyp möcht der BVI nachhaltige Investitionen stärken. © picture alliance / Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
  • Von Achim Nixdorf
  • 08.10.2020 um 15:53
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Der deutsche Fondsverband BVI hat der EU-Kommission die Einführung eines neuen Fondstyps vorgeschlagen. Er soll helfen, einerseits die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie abzufedern und andererseits die EU-Klimaziele zu sichern. Bislang werden diese Projekte allein aus dem EU-Haushalt finanziert.

Der deutsche Fondsverband BVI möchte ökologische Investments stärken und von der Corona-Krise gebeutelten Firmen helfen. Um das zu erreichen, empfiehlt er der EU-Kommission ein neues Fondsvehikel: den „European Impact Fund“ (EIF). Der an den OGAW-Rechtsmantel (Organismus für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren) angelehnte Fonds soll in ökologische und soziale Langfristvorhaben investieren. Bislang würden solche Projekte allein aus dem EU-Haushalt finanziert. Außerdem könnten EIFs mittelgroßen und kleinen Unternehmen in der EU dringend benötigtes Kapital zur Verfügung stellen, zumal die Kapitalmarktunion noch auf sich warten lasse.

Privates Kapital soll Investitionen ankurbeln

„Viele EU-Länder werden in den nächsten Jahren Mühe haben, ihre Wirtschaft wiederzubeleben und sie gleichzeitig nachhaltiger zu gestalten“, sagt BVI-Hauptgeschäftsführer Thomas Richter. „Über das neue Vehikel könnten zusätzliche Milliarden aus der Privatwirtschaft für Investitionen innerhalb der EU mobilisiert werden. Die Nachfrage von Anlegern nach geeigneten ESG-Investitionen ist hoch, und das private Kapital aus EIFs könnte der Wirtschaft schneller zur Verfügung stehen als die Mittel aus öffentlichen EU-Fördertöpfen.“ Die englische Abkürzung ESG steht für Environment, Social  und Governance, im Deutschen also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Die Abkürzung hat sich als Standard und Definition nachhaltiger Anlagen etabliert.

In welche Projekte, Aktien und Anleihen die Fondsgesellschaften über die neuen EIFs investieren, bleibt ihnen überlassen. Wichtig ist aber aus Sicht des Verbands, dass EIFs

  • ausschließlich in Aktien und Anleihen von Unternehmen in der EU investieren. Der Finanzsektor ist ausdrücklich ausgeschlossen.
  • mindestens 50 Prozent des Kapitals in sogenannte „European Impact Bonds“ anlegen. Das sind Anleihen, die die EU im Rahmen ihrer Regionalpolitik zur Finanzierung grüner und sozialer EU-Projekte begibt.
  • mindestens 20 Prozent des Kapitals in Wertpapiere kleiner und mittlerer Unternehmen in der EU investieren. Bis zu 10 Prozent des Fondsvolumens können den Unternehmen dabei über geschlossene Fonds wie Private-Equity-Fonds bereitgestellt werden.

ESG-Fondsmarkt wächst schnell

Der ESG-Fondsmarkt in Deutschland wächst dynamisch: Das in nachhaltigen Fonds angelegte Vermögen hat inzwischen die Marke von 100 Milliarden Euro überschritten. Rund die Hälfte davon liegt in Publikumsfonds. Auch das Neugeschäft legte kräftig zu. Im ersten Halbjahr 2020 verzeichneten nachhaltige Fonds laut BVI Nettozuflüsse von 7,2 Milliarden Euro. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 ist das eine Steigerung um 160 Prozent.

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Achim Nixdorf

Achim Nixdorf ist seit April 2019 Content- und Projekt-Manager bei Pfefferminzia. Davor arbeitete er als Tageszeitungs- und Zeitschriftenredakteur mit dem Fokus auf Verbraucher- und Ratgeberthemen.

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