Verschiedene Generationen in einer Einkaufsstraße: Im Rahmen der Demografie muss sich auch die Geldanlage verändern. © dpa/picture alliance
  • Von Juliana Demski
  • 20.05.2020 um 12:50
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Aufgrund des demografischen Wandels ist private Altersvorsorge längst unumgänglich geworden – aber worauf müssen Anleger in Zukunft achten? Das Financial Planning Standards Board Deutschland (FPSB Deutschland) hat dargelegt, worauf es aus Sicht der Experten ankommt: auf ein gesundes Maß Risikobereitschaft.

Auf immer mehr Rentner kommen immer weniger Beitragszahler – laut dem Financial Planning Standards Board Deutschland (FPSB Deutschland) dürfte die Überalterung künftig also dafür sorgen, dass Menschen länger arbeiten und mehr sparen müssen. Auch werde sich diese Entwicklung auf das Zinsniveau auswirken und das Konsumverhalten beeinflussen. „Das bedeutet die Notwendigkeit von verstärkter privater Vorsorge sowie längerer Lebensarbeitszeiten“, folgert Rolf Tilmes, Vorstandsvorsitzender des FPSB Deutschland.

Vor allem altbewährte Vorsorgemethoden wie Sparbücher oder festverzinsliche Anlagen lohnten sich deshalb immer weniger. „Wer heute für das Alter vorsorgen oder sich langfristig ein Vermögen aufbauen möchte, der muss mehr Risiken bei der Geldanlage eingehen“, erklärt der FPSB-Vorstand. „Zukünftig dürften Aktien, Infrastrukturinvestments und illiquide Anlagen wie Private Equity eine viel größere Rolle in den Portfolios der Anleger spielen.“

Aber auch einzelne Sektoren könnten bald in erheblichem Maße von dem demografischen Wandel beeinträchtigt sein, schreibt das FPSB Deutschland. Anleger sollten unter anderem bedenken, dass „ältere Menschen als weniger konsumfreudig gelten als Jüngere und andere Präferenzen haben“, so Tilmes. Jene Unternehmen, die sich darauf einstellten, sollten folglich im Vorteil sein.

„Gleichzeitig dürften die Ausgaben für Gesundheit, für Arzneimittel oder für Medizintechnik sowie die Nachfrage nach Plätzen in Pflegeheimen zunehmen“, heißt es weiter. Und auch die Arbeitswelt stehe vor Veränderungen. So könnten angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels zunehmend Maschinen oder Roboter zum Einsatz kommen.

Das FPSB gibt aber auch zu bedenken:

Wer seine Finanzen langfristig erfolgreich managen wolle, sollte erst einmal einen kühlen Kopf bewahren – trotz des täglichen Grundrauschens in den Medien. Über einen Anlagehorizont von 20, 30 oder mehr Jahren spielten die täglichen Nachrichten eine eher untergeordnete Rolle. „Viel wichtiger ist es stattdessen, sich die wirklich langfristig wirksamen Trends, die maßgeblichen Einfluss auf die Wirtschaft und die Kapitalmärkte haben, bewusst zu machen“, erklärt Tilmes. Ein solcher langfristig wirkender und maßgeblicher Trend sei die demografische Entwicklung – und sollte „in einer gut durchdachten Finanzplanung unbedingt eine Rolle spielen“, so Tilmes.

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Juliana Demski

Juliana Demski ist Werksstudentin bei Pfefferminzia und unterstützt die Redaktion in der täglichen Berichterstattung.

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