Forderung von Ökonom Peter Bofinger Riester weg, Eigenheimzulage zurück

Wirtschaftsweiser Peter Bofinger
Wirtschaftsweiser Peter Bofinger © dpa/picture alliance

Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger ist unzufrieden mit der staatlichen Förderkultur in Deutschland – seine Forderung: Eigenheimzulage wiederbeleben, Riester-Rente abschaffen und letztere durch eine allgemeine Sparzulage ersetzen.

| , aktualisiert am 17.07.2017 08:32  Drucken

Der Volkswirt Peter Bofinger, der sich auch im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung engagiert, fordert, dass der Staat seine Bürger wieder stärker darin unterstützt, ihren Traum vom Haus zu erfüllen – genauer gesagt mit Hilfe der Eigenheimzulage: „Ich plädiere dafür, dass sie wiedereingeführt wird“, erklärte der Ökonom kürzlich gegenüber der Welt.

Der Staat habe in den vergangenen Jahren zwar massiv das Geldsparen gefördert, aber das sei zulasten der Vermögensbildung in Sachwerten gegangen, so Bofinger.

„Überlegen Sie mal, wie viele Menschen in Berlin oder München sich heute freuen würden, wenn sie 2008 oder sogar noch früher eine Eigentumswohnung gekauft hätten. Die zahlen jetzt Miete und ihr Geld steckt in irgendwelchen Anlageprodukten, die praktisch keine Zinsen abwerfen.“ 

Es sei vor allem eine Meisterleistung der Versicherungslobby gewesen, dass es die Eigenheimzulage nicht mehr gibt. 2005 wurde sie abgeschafft. Eingeführt wurde sie zehn Jahre zuvor. 

Unter anderem die SPD will die Wiederbelebung der Eigenheimzulage in ihren Wahlkampf einbauen. Die CDU hingegen sieht keine Zukunft darin.

Damit nicht genug: Bofinger fordert auch, dass die Riester-Rente abgeschafft wird. Stattdessen solle es lieber wieder eine allgemeine Sparzulage geben. 

„Ich würde dafür plädieren, eine allgemeine Sparzulage einzuführen, also einen der Riester-Rente entsprechenden Sonderausgabenabzug, bei dem ich auf ein bis zur Rente gesperrtes Konto oder Depot frei mein Vermögen aufbauen kann. Der Abzug sollte auch für Tilgungsleistungen für eine eigene Immobilie gelten“, so der Wirtschaftsökonom.  

Das Prinzip: Der Staat solle also weiter die private Altersvorsorge fördern, allerdings solle der Einzelne frei entscheiden können, wofür er dieses Geld nutzt – „möglicherweise auch für das eigene Häuschen“, wie die Welt schreibt.

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