Fondsgebundene Kalkulation in der Biometrie „Eine lange Laufzeit ist optimal für eine BU auf Fondsbasis“

Von links: Carsten Hölzemann, Produktmanager, und Bernd Alex, Key Account Manager der Gothaer
Von links: Carsten Hölzemann, Produktmanager, und Bernd Alex, Key Account Manager der Gothaer © Gothaer

Sind fondsgebundene BU-Versicherungen angesichts der Niedrigzinsphase die Zukunft der Absicherung biometrischer Risiken? Pfefferminzia sprach mit den Gothaer-Experten Carsten Hölzemann, Produktmanager, und Bernd Alex, Key Account Manager, über Kalkulation, Risiken und Verkaufsargumente.

26.05.2017 13:45  Drucken

Pfefferminzia: Welchen Status haben fondsgebundene Lösungen derzeit bei der Absicherung biometrischer Risiken?

Bernd Alex: Fondsgebundene biometrische Produkte finden guten Absatz. Die Niedrigzinsphase hat den Verkauf begünstigt, da die Preiskalkulation dieser Produkte den niedrigen Rechnungszins weitestgehend unberücksichtigt lässt und eine günstige Preisgestaltung zulässt. Anbietern klassischer Produkte fällt es hingegen schwerer, preisstabile, respektive, sehr günstige biometrische Produkte im Markt zu etablieren.

Wie funktioniert die Beitragskalkulation der fondsgebundenen Versicherung BU Invest der Gothaer?

Carsten Hölzemann: Aus der Eintrittswahrscheinlichkeit für den BU-Fall lässt sich die jährliche Risikoprämie errechnen. Die ist im Alter höher als in jungen Jahren. Um Kunden einen konstanten Beitrag anzubieten, wird in den ersten Jahren ein höherer Beitrag als nötig erhoben. Daraus baut sich in konventionellen Verträgen ein mit garantiertem Rechnungszins verzinster Deckungsstock auf, in fondsgebundenen Verträgen hingegen ein Fondsvermögen, das sich entsprechend der Kapitalmärkte entwickelt. Daraus wird dann der höhere Beitrag im Alter finanziert. Wenn die Fonds sich entwickeln wie angenommen, ist das Fondsvermögen am Ende der Laufzeit aufgebraucht.

Welche Vorteile ergeben sich aus diesem Prinzip für den Kunden?

Alex: Der Beitrag für Kunden kann sehr viel günstiger kalkuliert werden als bei einer konventionellen Variante. Entwickelt sich zudem das Fondsvermögen besser als kalkuliert, erhält der Kunde am Ende der Laufzeit das übrige Fondsvermögen ausbezahlt.

Und wenn sich der Fonds schlecht entwickelt?

Hölzemann: Wir überprüfen jeden Vertrag jährlich. Zeichnet sich ab, dass das Fondsvermögen nicht ausreichen wird, um die Risikobeiträge zu decken, informieren wir den Kunden rechtzeitig schriftlich. Wir empfehlen dann eine Erhöhung des Beitrags. Ein Beispiel: Ein 30-jähriger Kunde schließt eine BU Invest mit 35 Jahren Laufzeit ab. Sein Beitrag liegt in der günstigsten Berufsgruppe bei ungefähr 30 Euro. Angenommen die Fonds weisen durchgehend eine Performance von 0 Prozent auf. Dann erfolgt nach elf Jahren die erste Information mit einer Empfehlung, den Beitrag auf rund 34 Euro anzupassen. Auch ein Einmalbeitrag wäre dann möglich. Dieser Empfehlung muss der Kunde aber nicht folgen, er kann auch darauf setzen, dass in den Folgejahren eine bessere Fondsperformance diesen kritischen Umstand aufhebt.

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