Assekuranz der Zukunft› zur Themenübersicht

Folgen der Niedrigzinsphase Aktuare fordern neues Höchstrechnungszinsmodell

Wilhelm Schneemeier ist Chef der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV).
Wilhelm Schneemeier ist Chef der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV). © DAV

Garantien bleiben nach wie vor ein wichtiger Baustein in der Altersvorsorge, sind die deutschen Aktuare überzeugt. Sie müssten sich aber an das Niedrigzinsniveau anpassen. Die Versicherer fordern nun unter anderem eine Anpassung des Höchstrechnungszinsmodells.

| , aktualisiert am 01.08.2016 17:35  Drucken
„Jeder Einzelne benötigt Planungssicherheit in der Altersvorsorge und das auch in wirtschaftlich wie politisch unsicheren Zeiten“, sagte Wilhelm Schneemeier, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV), vergangene Woche auf einem Pressegespräch in Köln. Garantien blieben daher der Markenkern einer privaten, kapitalgedeckten Altersvorsorge.



Aber sie müssten sich an die Niedrigzinsphase anpassen, so Schneemeier weiter. Die Versicherer müssten die heutigen Garantiemodelle für die Zukunft überdenken und flexibler gestalten, während gleichzeitig die bereits abgegebenen Garantieversprechen nachhaltig gesichert werden müssten. „Wir wissen heute, dass die Garantien der 1990er-Jahre nicht zu hoch, aber zu lang waren“, so Schneemeier.

Werbung


Die Aktuare setzten sich daher für ein zweistufiges Höchstrechnungszinsmodell ein. Es sieht in den ersten 15 Vertragsjahren eine Orientierung an den realistisch erzielbaren Kapitalmarkterträgen vor und ist im langfristigen Bereich eher konservativ ausgelegt. Das würde am langen Ende zu hohe Rentenversprechen verhindern, die nicht vom Kapitalmarkt abgesichert werden könnten.

Zugleich würden die Kunden zu Vertragsbeginn stärker an den Gewinnen des Kapitalmarkts teilhaben. Unternehmen und Aktuare könnten die private Altersvorsorge aber nicht alleine zukunftssicher machen, auch die Politik müsse mithelfen.

Vorsorgebedarf hat sich extrem erhöht

Auch die betriebliche Altersvorsorge war ein Thema des Pressegesprächs. Durch die planmäßige Absenkung des gesetzlichen Rentenniveaus habe sich die Versorgungslücke für jüngere Menschen in Deutschland um rund 50 bis 100 Prozent erhöht. Zudem seien die erwarteten künftigen Kosten zur Schließung dieser Lücke gegenüber der Zeit vor 2008 auf über das Dreifache des damaligen Niveaus gestiegen. Dadurch stehe die kapitalgedeckte private und betriebliche Altersvorsorge vor einer Zäsur.

Denn entweder müssten die Beiträge angehoben beziehungsweise Kapital nachgeschossen oder die Leistungen so weit herabgesetzt werden, bis die Kapitalstöcke zur dauerhaften Finanzierung der Leistungen wieder ausreichten.

Massive Mehrbelastungen für Arbeitgeber

Für die betriebliche Altersversorgung würden beide Maßnahmen zu massiven Mehrbelastungen für Arbeitgeber führen. Dieses Problem werde sich weiter verschärfen, wenn der Gesetzgeber nicht eingreife und das Gleichgewicht der betrieblichen Altersversorgung auch im Sinne der Generationengerechtigkeit wieder herstelle.

„Dabei dürfen wir aber nicht zulassen, dass ausschließlich die jungen und zukünftigen Arbeitnehmergenerationen die Last tragen“, so das Institut der Versicherungsmathematischen Sachverständigen für Altersversorgung (IVS), ein Zweigverein der Deutschen Aktuarvereinigung. Eine höhere aufsichtsrechtliche Flexibilität bei der Anwendung der starren Bedeckungsvorschriften könnte hier eine Lösung sein. Damit könne dem Umstand besser Rechnung getragen werden, dass sich Sparvorgänge in der betrieblichen Altersversorgung über Jahrzehnte hinzögen und Schwankungen in der Kapitalanlage über die Zeit mit hoher Sicherheit wieder ausgeglichen werden könnten.
Standard Life: Stellungnahme zu aktuellen Brexit-Plänen
Werbung


In den vergangenen Wochen wurden rund um die Brexit-Pläne der Standard Life unvollständige, zum Teil sogar falsche Informationen verbreitet.

In dieser Stellungnahme erläutert Christian Nuschele, Leiter Maklervertrieb für Deutschland, wichtige Aspekte zu den Themen Bestandsübertragung nach Irland, zu den vertraglichen Rechten der Kunden sowie zum Insolvenzschutz der Standard Life.

Das Ziel ist Klarheit – auch, um Ihnen für die Gespräche mit Ihren Kunden zu helfen.

Hier geht es zu der ausführlichen Stellungnahme.

Schutz der Kundengelder durch ein zuverlässiges Sicherheitsnetz
Werbung


Knapp 200 Jahre krisenfester Unternehmensgeschichte bezeugen, dass der Schutz und die Sicherheit der Kundengelder dem Lebensversicherer Standard Life sehr wichtig sind. Diese werden durch ein zuverlässiges Sicherheitsnetz gewährleistet – auch nach dem Brexit.

Erfahren Sie hier, wie das Sicherheitsnetz von Standard Life genau konzipiert ist und wie die einzelnen Sicherheitsmechanismen ineinandergreifen.

Die Zukunftspläne von Standard Life unter dem Dach der Phoenix Gruppe
Werbung

Seit September 2018 gehört Standard Life der Phoenix Gruppe an. Erfahren Sie im Interview mit Susan McInnes, Chefin von Standard Life und Gruppendirektorin, mehr über die Pläne von Standard Life nach der Übernahme durch den neuen Inhaber.

Altersvorsorge neu gedacht
Werbung

Das seit Jahren anhaltende Niedrigzinsumfeld verändert nachhaltig die private Altersvorsorge. Lohnen sich die als verstaubt geltenden Versicherungsprodukte überhaupt noch? Und wie können Sparer ihre Anlageziele optimal erreichen und ihr Langlebigkeitsrisiko absichern? Das erläutert Stephan Hoppe, Direktor Investmentstrategie bei Standard Life, im Interview.

Webinar-Aufzeichnung: Bestandsübertragung und Insolvenzschutz
Werbung


Sie haben das Webinar mit den Informationen rund um die von der Standard Life geplante Bestandsübertragung nach Irland und den vermeintlich fehlenden Schutz im Falle einer Insolvenz verpasst?

Womöglich haben Sie noch Fragen oder wollen Gesagtes noch einmal nachvollziehen?

Unter diesem Link gelangen Sie zur Aufzeichnung des Webinars.