Flugzeugabsturz oder Lungenkrebs? Wovor wir Deutschen Angst haben

Bei der Wahrscheinlichkeit, an einer schweren Krankheit zu erkranken, verschätzen sich die Deutschen in der Regel.
Bei der Wahrscheinlichkeit, an einer schweren Krankheit zu erkranken, verschätzen sich die Deutschen in der Regel. © Canada Life

Terroranschläge, Gewaltverbrechen oder Flugzeugabstürze – die meisten Deutschen fürchten sich vor den ganz großen Katastrophen. Die tatsächlichen Gefahren des Alltags unterschätzen sie jedoch. Welche Risiken uns wirklich Angst machen sollten.

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Der Versicherer Canada Life hat in einer aktuellen Studie erfragt, wovor die Deutschen Angst haben. Das Ergebnis: 79 Prozent befürchten, Opfer eines Terroranschlags zu werden, 63 Prozent haben Angst vor einer Gewalttat und 48 Prozent steigen nicht gerne ins Flugzeug, da sie sich vor einem Absturz fürchten.

Dabei sollen diese Todesursachen laut Studie zu den am häufigsten überschätzten Risiken gehören. „Statistisch wird bei uns nur etwa einer von 27,3 Millionen Menschen im Jahr Opfer eines Anschlags“, heißt es von Canada Life. Und weiter: „Vielen fehlt das Bewusstsein, wo die tatsächlichen Gefahren des Alltags liegen. Existenzielle Risiken wie schwere Krankheiten werden hingegen mehrheitlich verdrängt.“

So unterschätzen 72 beziehungsweise 76 Prozent der Bundesbürger, das Risiko vor dem Rentenalter einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden. Bei Alzheimer gehen sogar 83 Prozent, bei Krebs 70 Prozent von einer zu niedrigen Erkrankungsrate aus. Dabei würden gerade hier die realen Gefahren liegen, erklären die Studienautoren weiter. Denn statistisch müsse einer von 250 Deutschen noch vor seinem 65. Lebensjahr mit einem Schlaganfall rechnen. Bei Krebs stehe die Quote sogar bei 1 zu 160.

Ebenfalls verkennt die Mehrheit der Deutschen die Gefahr von Rauchen, harten Drogen und Alkohol sowie Übergewicht und Bewegungsmangel. Dabei liegen hier die Hauptrisikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das Risiko, durch ungesunde Ernährung vorzeitig zu sterben, liege etwa bei 1 zu 110.  Zu wenig Bewegung führe zudem zu einem Risikofaktor von 1 zu 760 .

Diese Fehleinschätzung hat für die Menschen Folgen, fasst Canada Life zusammen. Zu wenige sicherten sich gegen reale Krankheitsrisiken ab. Denn jeder vierte könnte aus gesundheitlichen Gründen bereits vor dem Rentenalter nicht mehr arbeiten. Tatsächlich seien jedoch lediglich rund 30 Prozent der Bürger durch eine Berufsunfähigkeits-, Schwere Krankheiten- oder Grundfähigkeitsversicherung geschützt.
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