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Finanzsituation im Ruhestand richtig einschätzen Diese drei Abschnitte im Alter erfordern unterschiedliche Geldmittel

Zwei Senioren stehen mit ihrem Gepäck in der Eingangshalle des Berliner Hauptbahnhofes unter einer Uhr und betrachten die verschiedenen Hinweisschilder: Für viele Ruheständler gehören die Reisen zum Ruhestand dazu.
Zwei Senioren stehen mit ihrem Gepäck in der Eingangshalle des Berliner Hauptbahnhofes unter einer Uhr und betrachten die verschiedenen Hinweisschilder: Für viele Ruheständler gehören die Reisen zum Ruhestand dazu. © dpa/picture alliance

Wer seine Einkommen und die Kosten bereits in der Zeit der Erwerbstätigkeit nicht im Blick hat, wird es umso schwerer in der finanziellen Planung seines Ruhestands haben.

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Plötzlich ist er da – der Ruhestand. Für die einen ist es ein lang ersehnter Tag, für andere wiederum eine Horrorvorstellung. Sollte sich dann herausstellen, dass die Einnahmen nicht oder gerade eben die Grundbedürfnisse decken, kann das die Freude trüben oder auch Ängste und Frust verstärken. Denn neben Kosten für etwa Wohnen, Mobilität und Lebenshaltung gibt es Freizeitaktivitäten wie Hobbys oder Reisen, die finanziert werden wollen.

„Obwohl die Einnahmen- und Ausgabensituation ein so wichtiger Analyse- und Beratungspunkt in der Ruhestandsplanung ist, berücksichtigen die meisten Menschen diese Dinge nicht richtig. Das gilt allerdings bereits schon für die Zeit vor dem Ruhestand“, bemerkt Olaf Neuenfeldt, Vorstand der Berliner Initiative Ruhestandsplanung, immer wieder.

Drei Abschnitte in der Rentenphase

Wenn die Menschen doch vorausschauen, denken sie nur an die jetzt schon bekannten Kosten. „Doch es gibt drei Abschnitte in der Rentenphase, die mit unterschiedlichen finanziellen Belastungen verbunden sind“, so Ronald Perschke, ebenfalls Vorstand der Initiative Ruhestandsplanung. Das sei erstens die aktive Phase. Der Ruheständler gewinnt acht bis zehn Stunden pro Tag, ist gesund, aktiv und möchte sich Wünsche erfüllen. Diese Zeit wird dadurch meist teurer als gedacht.

Es folgt eine passive Phase. Wachsende gesundheitliche Probleme schränken die Aktivitäten ein. Damit sinken die Ausgaben dafür. Andererseits können bereits Kosten für Ärzte, Medikamente und Co. entstehen. „Der dritte mögliche Abschnitt der assistierten und hilfebedürftigen Zeit treibt schließlich die Ausgaben erneut in die Höhe“, sagt Perschke.

Auf einen realistischen Finanzplan kommt es an

Er empfiehlt daher das Erstellen eines realistischen Finanzplans. Zunächst seien die lebenslang garantiert anfallenden Ausgaben zur Existenzsicherung zu planen. Danach müsse die Person überlegen, was es koste, den Lebensstandard zu halten und beispielsweise neue Hobbys, Reisen, Renovierungen oder größere Anschaffungen einzukalkulieren.

Schlussendlich müsse die Frage nach den Luxusausgaben oder Vermögensübertragungen beantwortet werden. „Für diese drei Stufen benötigt man entsprechendes Kapital aus der gesetzlichen, betrieblichen und privaten Rente sowie sonstigen Anlagen“, fasst Finanzexperte Neuenfeldt zusammen.

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