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Fast 13.000 mehr Versicherte seit 2013 Notlagentarif der PKV mit großem Zulauf

Das Notaufnahme-Zentrum des Klinikums Osnabrück. Der Notlagentarif bietet lediglich die Erstattung von Behandlungskosten bei akuten Erkrankungen.
Das Notaufnahme-Zentrum des Klinikums Osnabrück. Der Notlagentarif bietet lediglich die Erstattung von Behandlungskosten bei akuten Erkrankungen. © dpa/picture alliance

Der sogenannte Notlagentarif der privaten Krankenversicherung (PKV) hat immer mehr Zulauf. Zur Einführung des Tarifs im Jahr 2013 waren 93.600 Menschen so versichert, 2017 waren es bereits 106.200. Auch in den Standard- und Basistarifen verzeichnete die PKV Zuwächse.

| , aktualisiert am 03.01.2019 11:35  Drucken

Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet, stieg die Zahl derjenigen, die lediglich die Erstattung von Behandlungskosten bei akuten Erkrankungen, Schmerzen, Schwangerschaft und Mutterschaft, abgesichert haben, deutlich an: Waren zur Einführung des sogenannten Notlagentarifs im Jahr 2013 insgesamt 93.600 Menschen versichert, stieg deren Zahl auf 106.200 im vergangenen Jahr. Der Tarif steht Versicherten mit Beitragsschulden offen.

Die Mitgliedszahlen gehen aus einer Antwort des Bundesgesundheitsministeriums hervor, der einer Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion vorausging. Demnach gab es auch in den Standard- und Basistarifen, die sich im Leistungsniveau an der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) orientieren, einen Zuwachs. Im Standardtarif waren 2009 rund 38.400 Menschen versichert, 2017 waren es etwa 50.200. Im Basistarif nahm die Zahl von 17.900 im Jahr 2009 auf 31.400 im vergangenen Jahr zu.

„Beweis, dass es nicht funktioniert“

„Durch die steigende Inanspruchnahme von Sozialtarifen erbringt das PKV-System selber den Beweis, dass es nicht funktioniert“, kommentierte Linken-Politikerin Sabine Zimmermann die Entwicklung gegenüber dem RND. Wer Einkommenseinbußen habe und die „ständig steigenden Beiträge“ nicht mehr zahlen könne, der sei im Krankheitsfall oft deutlich schlechter dran als gesetzlich Versicherte, so die Bundestagsabgeordnete.

Der PKV-Verband möchte diese Aussage der Politikerin nicht stehen lassen. Von Stefan Reker, Sprecher des PKV-Verbands, heißt es dazu:

„Die Linken-Abgeordnete Zimmermann liegt gnadenlos daneben: Nichtzahler gibt es in der GKV ebenso wie in der PKV. Und in beiden Systemen erhalten sie genau die gleiche Notfallversorgung. Leistungen auf GKV-Normalniveau garantieren die regulären PKV-Sozialtarife (‚Standardtarif‘ und ‚Basistarif‘). Weniger als ein Prozent der Privatversicherten haben sich dafür entschieden. Dass die PKV diese Lösungen für Menschen mit Einkommenseinbußen anbietet, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern beweist im Gegenteil, dass das System gut funktioniert.“

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