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Expertenmeinungen über Verzicht von Garantien „Vermittler müssen die neuen Konzepte verständlich vermitteln“

Der Durchblick ist wichtig: Damit sich Garantieprodukte am Markt stärker etablieren können, müssen Berater die Produkte transparent vermitteln meinen die Experten.
Der Durchblick ist wichtig: Damit sich Garantieprodukte am Markt stärker etablieren können, müssen Berater die Produkte transparent vermitteln meinen die Experten. © Getty Images

Der Widerstand gegen Lebensversicherungen mit weniger oder ganz ohne Garantien schwindet. Die neuen Ansätze kommen zur rechten Zeit und haben Potenzial, meinen die Experten von Assekurata, Morgen & Morgen sowie des Instituts für Transparenz (ITA). Die unabhängigen Marktbeobachter betonen aber auch, dass Berater noch viel Überzeugungsarbeit leisten müssen, um die Produkte stärker am Markt zu etablieren.

| , aktualisiert am 14.01.2016 17:01  Drucken
„Niedrigere Garantien ermöglichen den Anbietern größere Freiheiten in der Kapitalanlage“, sagt Lars Heermann von Assekurata. Der Analyst der Kölner Agentur für Versicherungs-Ratings hält es für folgerichtig, dass die Branche Konsequenzen aus der Zinssituation am Kapitalmarkt zieht und ihre Anlagepolitik stärker auf die Erzielung attraktiver Erträge ausrichtet. Immerhin sank die von der Assekurata ermittelte illustrierte Beitragsrendite einer klassischen privaten Rentenversicherung binnen fünf Jahren um rund einen Prozentpunkt auf knapp 3 Prozent – Tendenz vermutlich weiter fallend.        

Auch das Analysehaus Morgen & Morgen betont, dass klassische Lebensversicherer derzeit unmöglich hohe Renditen erwirtschaften können, wenn sie mit traditionellen Garantien arbeiten, also per klassischem Deckungsstock investieren. Die Erfordernisse von Solvency II und der Zinszusatzreserve engten die Branche zusätzlich ein, gibt Geschäftsführer Peter Schneider zu bedenken. Seine Schlussfolgerung: Neuartige Produkte mit weniger Garantien „… erhöhen die Vielfalt und werden für manche Kunden erste Wahl sein“.

Aufklärungspflicht in Beratungsgesprächen besonders wichtig

Doch wie steht es um die Risikotoleranz der in Anlagefragen mehrheitlich konservativ eingestellten deutschen Bevölkerung? „Produkte, die der Kunde versteht, werden sich auf dem Markt etablieren“, erwartet Schneider. Allerdings sei es von großer Bedeutung, die neuen Konzeptionen einfach und transparent zu vermitteln.

Genau hieran hapert es aber offenbar. Nach Überzeugung von Mark Ortmann kommen die Vermittler vor Ort ihrer Aufklärungspflicht nicht nach. „Natürlich wollen Kunden Sicherheit“, so der Leiter des Instituts für Transparenz. „Aufgabe der Berater ist es jedoch, den Zusammenhang zwischen Rendite und Risiko zu erklären.“ 

Ortmann sieht hier erhebliche Versäumnisse und plädiert eindeutig für höhere Aktienquoten. „Erträge werden auf lange Sicht mit Sachwerten erzielt. Diese Erkenntnis sollte weiter verbreitet sein“, stellt er klar. Berücksichtigt werden müsste allerdings, dass der Investmenthorizont mindestens 10 bis 15 Jahre betragen sollte. „Außerdem sollten die Anleger gut über Chancen und Risiken informiert sein, damit sie bei Schwankungen die Nerven behalten.“

Worauf Kunden Wert legen sollten
                         
Es bleibt die Frage, wie sich ein Anbieter mit neuen Konzepten von der Konkurrenz abheben kann. Gibt er die Fixierung auf starre Garantien auf und legt er stärker kapitalmarktorientiert an, muss er sich an anderen Qualitätsmerkmalen messen lassen als ein Versicherer herkömmlicher Prägung. Peter Schneider von Morgen & Morgen empfiehlt hierzu, auf die gebotene Fondsauswahl zu achten. Vor dem Abschluss einer Police sollten außerdem Kriterien wie „… Flexibilität, Transparenz und Kostenquoten berücksichtigt werden“.

Auch wenn das Geld der Versicherten für lange Zeit in Fonds investiert bleibt, spielt die Solvabilität der Anbieter weiterhin eine wichtige Rolle. „In der Rentenphase steckt der Versicherer das Guthaben in der Regel wieder in das Sicherungsvermögen, legt das Geld also konservativ an“, erläutert Mark Ortmann. „Und da man die Rente auch lebenslang bekommen möchte, ist die Finanzstärke des Versicherers doch wieder wichtig.“

Damit wäre auch beschrieben, warum stärker kapitalmarktorientierte Sparer nicht auf einen Versicherungsmantel verzichten sollten. Nur dieser schützt vor dem sogenannten Langlebigkeitsrisiko – die einmal erwirtschaftete Rente wird bis zum Lebensende gezahlt, ohne Wenn und Aber.      


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Im Interview mit dem Wirtschaftsjournalisten Andreas Franik gibt Stephan Hoppe, Direktor Investment Strategie bei Standard Life, Antworten auf diese Fragen und eine Einschätzung für das Börsenjahr 2019.

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Das erklärt der Vertriebschef von Standard Life Deutschland, Christian Nuschele, im Gespräch mit dem Wirtschaftsmoderator Andreas Franik auf dem Parkett der Frankfurter Börse.

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