Existenzfrage So müssen sich Versicherer für die Zukunft aufstellen

Die Digitalisierung wird die Branche verändern.
Die Digitalisierung wird die Branche verändern. © Bearingpoint

In der Versicherungsbranche steht ein großer Wandel bevor. Die Unternehmensberatung Bearingpoint hat sich die Veränderungen genau angeschaut. So sagen die Analysten zum Beispiel voraus, dass sich die Anbieterzahl bis 2025 um ein Drittel verringern wird. Wie Versicherer jetzt reagieren sollten, um nicht zu diesem Drittel zu gehören.

|  Drucken
Die nächsten zehn Jahre werden die Versicherungswirtschaft mehr verändern, als es die vergangenen 30 Jahre getan haben. Das zeigt die Studie „Fit for 2025“ von Bearingpoint, bei der die Unternehmensberatung den Markt vorausschauend analysiert hat. Demnach werden die Digitalisierung – mit entsprechend neuen Geschäftsmodellen –, der demografische Wandel und das veränderte Kundenverhalten die Branche umkrempeln.

Zunächst werden laut Studie im Jahr 2025 wohl ein Drittel weniger Versicherer auf dem Markt sein als jetzt. Um sich weiter am Markt zu halten, müssten die Unternehmen in der Lage sein, sich fortlaufend anzupassen und eingefahrene Muster zu hinterfragen. Es werden wohl wenige große Konzerne den breiten Markt beherrschen, während sich kleinere Versicherer zum Beispiel auf Kernkompetenzen, Vertriebe, Zielgruppen oder Produkte spezialisieren müssen.

Große Häuser setzen auf Skaleneffekte, kleine auf die Nische

„Große Häuser müssen ihre Größe jetzt wettbewerbsrelevant einsetzen und auch in Infrastruktur investieren, um Skaleneffekte und dauerhafte Wettbewerbsvorteile zu schaffen“, sagt Stefan Giesecke, Unternehmensberater bei Bearingpoint. „Kleine Häuser sollten ihre Beweglichkeit nutzen, die richtigen Nischen besetzen und dort wirklich gut sein – das ist zunehmend eine Existenzfrage.“

Vor allem aufgrund der Digitalisierung muss sich die Branche darüber hinaus verändern. Neben der IT betrifft dies auch fast alle Prozesse und die komplette Produktwelt. So rät Bearingpoint den Versicherern, ihre Produkte – ähnlich wie die Automobilindustrie – nach dem Baukasten- oder Plattformprinzip zu entwickeln. Versicherer könnten Dienstleistungen (ohne Versicherungsfall) einbinden und so ganz neue Produktwelten mit erheblich veränderten Wertschöpfungsketten schaffen.

Künftiger Kunde: Rentner

Bereits heute sind Tarife und Dienstleistungen mit Biometrie-Armbändern vernetzt oder Autos und Häuser intelligent. Das gibt einen kleinen Vorgeschmack auf die Zukunft. Kann ein Versicherer seinen Kunden damit künftig ein attraktives Leistungsbündel für ganzheitliche Themen anbieten, so steigen seine Überlebenschancen im Markt.

Auch was Kunden und Mitarbeiter angeht, muss sich die Versicherungsbranche auf einen Umbruch einstellen. Die Kundenseite wird künftig zunehmend aus Rentnern bestehen, während es bei den Nachwuchskräften eng wird. Vor allem im Vertrieb müssen sich Versicherer darauf einstellen und entsprechend planen. Dabei rät Bearingpoint den Unternehmen, heute mit der notwendigen Umgestaltung zu beginnen und die eigene Marktposition nachhaltig auszubauen. Abwarten und nichts tun sei keine Alternative.

Weitere mögliche Maßnahmen zeigt die Infografik:

Pfefferminzia Event-Kalender
Pfefferminzia HIGHNOON
Pfefferminzia bestellen