„Die Industrieversicherung ist nicht tot, die Industrieversicherung muss sich verändern.“ Wenn die Versicherungswirtschaft so weitermache, wie sie es in den vergangenen Jahrzehnten gemacht habe, werde die Branche „extrem“ an Bedeutung verlieren. Mit diesen Worten leitete AGCS-Vorstand Alexander Mack seinen Vortrag auf der Euroforum-Jahrestagung Haftpflicht im Januar in Hamburg ein.



Doch zunächst verwies der Allianz-Manager auf die positiven Seiten des Marktes. So hätten die Haftpflichtversicherer in Deutschland allen Grund mit dem Jahr 2015 zufrieden zu sein – Branchenzahlen von 2016 liegen noch nicht vor. So sei eine Combined Ratio von 93 Prozent „ein guter Wert“, auf dem die Unternehmen aufbauen könnten, befand Mack. Gleichwohl habe dieser Wert zur Folge, dass er Versicherer auf den Plan ruft, die bislang nicht sehr aktiv in Deutschland gewesen sind.

Einen Grund für das gesteigerte Interesse sieht Mack in der Schadenentwicklung in Deutschland, die in den vergangenen 20 Jahren stark rückläufig gewesen sei, bei einer leichten Erhöhung des Durchschnittsschaden auf 1.800 Euro. Doch auch dieser Wert sei nach internationalen Maßstäben eher gering. Mack zufolge liegen fast zwei Drittel (65 Prozent) der Schäden eines Industrieversicherers bei unter 1.000 Euro.

„Lohnt es sich hier wirklich, jeden Schaden zu prüfen?“

„Lohnt es sich hier wirklich, jeden Schaden zu prüfen?“, fragte der Manager seine Fachkollegen im vollbesetzten Saal. Hier müssten Wege gefunden werden, so Mack, „diese kleinen Schäden so schnell wie möglich abzuarbeiten“. Denn mit der Schadenbearbeitung im Kleinschadenbereich könne der Markt nicht gewonnen werden. Das heißt: Der Kunde erwartet eine schnelle Regulierung, es erhöht aber nicht die Treue zum Versicherer.