Bäume bis zur Krone im Wasser, von Häusern nur noch die Dächer zu sehen, auf der Autobahn Schlauchboote statt Autos – 2013 war in vielen Teilen Deutschlands Land unten. Zwischen dem 26. Mai und dem 2. Juni fielen in Deutschland 22,76 Billionen Liter Wasser, das ist die Hälfte des Bodensee-Volumens. Im Chiemgau regnete es innerhalb von 48 Stunden 275 Liter pro Quadratmeter – so viel wie sonst im gesamten Monat Juni. Die Folge der Rekordflut: Hunderttausende Menschen verloren ihre Häuser, ihr Hab und Gut war zerstört. Der Schaden belief sich auf rund 1,8 Milliarden Euro.

Wetter-Katastrophen wie diese werden in den kommenden Jahren häufiger vorkommen. So hat der Deutsche Wetterdienst für Hamburg von 1961 bis 2000 einen Anstieg der jährlichen Niederschlagsmenge von 763 auf 808 Millimeter festgestellt. Das Temperaturplus kommt mit 0,8 Grad Celsius im Jahresmittel daher. Laut einer Klimastudie des Versicherungsverbands GDV werden Sturmschäden bis zum Jahr 2100 voraussichtlich um mehr als 50 Prozent zunehmen. Die Zahl der Schäden aus Überschwemmungen könnte sich der Analyse zufolge sogar verdoppeln. 

Kosten liegen oft unter 100 Euro

Kommt es zur Überschwemmung im eigenen Keller oder zu Schneeschäden am Dach, gehen die Kosten für die Betroffenen schnell in die Tausende. Schützen kann man sich vor diesem finanziellen Schaden durch eine Elementarschadenversicherung. Sie greift bei Erdbeben, Erdsenkung, Überschwemmung, Schnee- und Eisdruck, Lawinen oder Vulkanausbruch und zahlt die Kosten etwa für Trockenlegung überschwemmter Räume, Reparaturen oder Ersatz des beschädigten Hausrats. In der Regel bieten die Versicherer dieses Produkt als Zusatz zu einer Gebäude- oder einer Hausratversicherung an. Die Kosten liegen oft bei unter 100 Euro im Jahr. Eine andere Variante ist, dass der Elementarschutz bereits in die Wohngebäude- oder Hausratversicherung eingebaut ist und aktiv durch den Kunden abgewählt werden muss, wenn er diesen nicht wünscht.

Trotzdem sind Elementarschadenversicherungen noch nicht sonderlich weit verbreitet. Deutschlandweit liegt der Anteil der Gebäude, die gegen Elementarschäden versichert sind bei nur 36 Prozent. Besonders niedrig ist die Zahl der geschützten Häuser in Norddeutschland: In Bremen sind es 15, in Niedersachen 16, in Hamburg 17 und in Schleswig-Holstein 18 Prozent. Aber die Nachfrage steigt, sagt Christian Waldheim von der Oberösterreichischen Versicherung: „Wir gewinnen mehr und mehr Kunden, die eine Wohngebäudeversicherung mit dieser Absicherung bevorzugen.“