Ein Sturm verursacht ein Drittel aller Schäden Naturgefahren kommen Versicherer teuer zu stehen

Sturm-, Hagel- und Starkregenschäden setzen der Versicherungswirtschaft zu.
Sturm-, Hagel- und Starkregenschäden setzen der Versicherungswirtschaft zu. © dpa/picture alliance

Die deutsche Versicherungswirtschaft hat im vergangenen Jahr deutlich mehr Schäden durch Naturgefahren verzeichnet. Die Branche musste knapp 2,6 Milliarden Euro für Sturm-, Hagel- und Starkregenschäden aufwenden – ein Plus von gut 30 Prozent.

| , aktualisiert am 04.01.2017 16:47  Drucken
Von den 2,6 Milliarden Euro mussten die Sachversicherer rund 1,9 Milliarden Euro schultern, die Kfz-Versicherer etwa 700 Millionen Euro. 2014 hatte die gesamte Naturgefahrenbilanz noch bei knapp 2 Milliarden Euro gelegen. Das zeigt die Naturgefahrenbilanz des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).



Laut der aktuellen Zahlen ist die Schadenbilanz für 2015 fast ausschließlich von Sturm- und Hagelschäden geprägt. Elementarschäden machten bei den Sachversicherern nur rund 5 Prozent des Gesamtschadens (100 Millionen Euro) aus. Bei den Kfz-Versicherern ist der Anteil der Nicht-Sturm-oder-Hagel-Schäden noch geringer: Nur 0,8 Prozent (5 Millionen Euro) sind demnach auf Überschwemmungsschäden & Co. zurückzuführen.

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Stürme wirken sich vor allem in der Schadenbilanz der Sachversicherer aus, Hagelschäden dominieren bei den Kfz-Versicherern. Wintersturm „Niklas“ etwa hinterließ im März 2015 Gebäudeschäden in Höhe von 750 Millionen Euro. Damit verursachte nur ein einziger Sturm ein Drittel aller Schäden in der Schadenbilanz der Sachversicherer.

Geringere Schadenlast als 2015 beruhigt die Branche nicht

Die Schadenlast von 2015 sei zwar verglichen mit 2013, als die Versicherer 7,2 Milliarden Euro Naturgefahrenschäden bewältigen mussten, überschaubar, meint der Verband. Allerdings sei in der Langzeitbetrachtung bereits erkennbar, dass sich der Wechsel zwischen schadenarmen und schadenreichen Jahren verkürze.

Der Verband führt diese Entwicklung maßgeblich auf den Klimawandel zurück. Daher müsse alles getan werden, „damit das Zwei-Grad-Ziel eingehalten wird“, appelliert GDV-Präsident Alexander Erdland an die Politik.
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