GKV – neue Chancen für Makler› zur Themenübersicht

„Ein guter Tag für Kranke“ Expertengremium plädiert für Reform des Risikostrukturausgleichs

Eine Krankenschwester schiebt einen Patienten durch ein Krankenhaus: Ökonomen sprechen sich für eine Reform des Morbi-RSA aus.
Eine Krankenschwester schiebt einen Patienten durch ein Krankenhaus: Ökonomen sprechen sich für eine Reform des Morbi-RSA aus. © dpa/picture alliance

Mehr Geld für Kranke, weniger Geld für Gesunde – so könnten die Grundzüge für eine mögliche Reform des vielfach kritisierten morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs (Morbi-RSA) aussehen. Der Vorschlag basiert auf dem Gutachten eines Expertenkreises im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums. Die Ergebnisse stoßen bei den Krankenkassen auf ein geteiltes Echo.

|  Drucken

Gesundheitsökonom Jürgen Wasem und sein Gremium haben im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums ein Gutachten vorgestellt, das darlegt, wie der morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) reformiert werden könnte. Die Ergebnisse stellten die Experten am Donnerstag vor.

Nach Ansicht Wasems sollte der Verteilungsschlüssel in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verändert werden: Mehr Geld für Kranke, weniger Geld für Gesunde, lautet seine Formel. „Das ist ein guter Tag für Kranke“, fügte der Ökonom hinzu.

Die Vorschläge im Detail:

Bisher werden nur 80 ausgewählte Krankheiten vom Morbi-RSA, der als ein Finanzausgleich zwischen den Kassen dient, besonders berücksichtigt. Die Experten aber vertreten die Idee eines Vollmodells, das alle Krankheiten einschließt.

Bisher erhielten Kassen für multimorbide Versicherte im mittleren Alter eine Überdeckung, für solche Versicherte in hohem Alter dagegen zu wenig Geld, wie die Ärztezeitung über die Vorstellung des Gutachtens berichtet.

Es müsse außerdem eine stärker harmonisierte Aufsicht geben, fordern die Experten. Denn noch ist das anders geregelt: Die AOKen befinden sich unter Länderaufsicht, die anderen Kassen sind dem Bundesversicherungsamt unterstellt. Eine Einheits-Aufsicht aber wollen auch die Experten nicht.

Zugleich äußerten Wasem und sein Gremium Vorbehalte gegen einen Risikopool, der bei besonders „teuren“ Versicherten einspringen soll. Man habe keine systematische Benachteiligung von Kassen beobachten können, die einen besonders hohen Anteil sogenannter Hochkostenfällen versichern, so Wasem.

Verhaltene Reaktionen bei Krankenkassen:

Die Reaktionen der Kassen auf das Gutachten sind der Ärzte Zeitung zufolge eher skeptisch. So enthielte das Gutachten keine Lösungen für Probleme, welche die finanzielle Benachteiligung der Ersatzkassen und ihrer Versicherten im Morbi-RSA schnell beseitigt könnten, heißt es seitens des Ersatzkassenverbandes VDEK. Stattdessen würden überdeckte Kassen erneut bevorteilt, kritisiert der VDEK.

Und auch die Betriebskrankenkassen (BKK) sind dem Gutachten nicht wirklich zufrieden. Es komme ihm „befremdlich und praxisfern“ vor, dass Unterschiede bei den Zusatzbeitragssätzen im Gutachten nicht vorkommen, schreibt Franz Knieps, Vorstand des BKK-Dachverbands, dem Bericht zufolge in einer Pressemitteilung. Generell gehe das Bündel der vorgelegten Empfehlungen an den tatsächlichen Wettbewerbsverzerrungen zwischen Kassen und Kassenarten vorbei, kritisiert Knieps.

Der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, reagierte hingegen deutlich wohlwollender auf die Vorschläge der Gesundheitsökonomen. „Endlich verfügen wir über eine aktuelle und umfassende Expertenmeinung“, zitiert die Ärztezeitung aus einer Mitteilung des Verbandes. „Auf dieser Basis lässt sich die teils hitzige Debatte um eine zweckmäßige Weiterentwicklung des Morbi-RSA wieder versachlichen.“

Ende April 2018 werden sich die Wissenschaftler erneut für ein Gutachten treffen. Dieses Mal aufgrund der Frage, ob eine regionale Versorgungskomponente in den RSA eingefügt werden soll.

Geld sparen und Mitarbeiter binden
Werbung

Mehr Zusatzleistungen etwa beim Zahnersatz oder für eine neue Brille oder ein höheres Nettogehalt – damit können Unternehmer ihre Mitarbeiter binden. Wie das nicht gleich mehr Geld kosten muss, zeigen wir Ihnen hier.

Studie zur GKV
Werbung
Wettbewerb in Zeiten des individuellen Zusatzbeitrags

Erfahren Sie in der Studie „Wettbewerb in Zeiten des individuellen Zusatzbeitrags“ wie Krankenkassen den Spagat zwischen Kosten- und Kundenexzellenz meistern, wie die Krankenkasse der Zukunft aussehen wird und nach welchen Kriterien Versicherte die optimale Krankenkasse aussuchen. Jetzt mehr erfahren!

*Pflichtfeld


Durch das Ausfüllen und Absenden des Formulars stimmen Sie der Weitergabe Ihrer im Formular erfassten Daten an die Knappschaft zu. Die von Ihnen oben angegebenen personenbezogenen Daten werden ausschließlich zur Bearbeitung Ihrer Anfrage und zur späteren telefonischen Kontaktaufnahme durch die Knappschaft verwendet. Sie können sowohl die Einwilligung in die Verwendung Ihrer personenbezogenen Daten als auch die Erlaubnis zur Kontaktaufnahme jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen.

Wo können Makler die Wahltarife kennenlernen?
Werbung

Ihr Kunde möchte in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben und gleichzeitig die Vorteile eines Privatversicherten nutzen? Mit den Wahltarifen der Knappschaft geht’s.

Jetzt kennenlernen

Privatärztliche Leistungen in der GKV
Werbung

Sterne

Privatärztliche Leistungen ohne die GKV zu verlassen – wie funktioniert denn das? Erfahren Sie hier mehr über die Wahltarife der Knappschaft und die Vorteile für Ihre Kunden!

Vertriebspartner werden