In Bangladesh trocknen gefärbte Tücher in der Sonne. Das Färben eines Kilogramms Baumwolle verbraucht 60 Liter Wasser, so die Initiative Earth Day. © picture alliance / ZUMAPRESS.com | Mustasinur Rahman Alvi
  • Von Manila Klafack
  • 22.04.2022 um 09:33
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Nachhaltige und faire Kleidung – unter diesem Motto steht der Earth Day in diesem Jahr. Denn das Herstellen und die Pflege von Kleidungsstücken verbraucht viele Ressourcen und belastet die Umwelt. Darum der Appell am Earth Day: Kaufe bewusst, kleide dich nachhaltig, trage es länger, entsorge es umweltschonend. Und auch die Versicherungsbranche kann hier umweltbewusster handeln.

Der diesjährige Earth Day am 22. April steht unter dem Motto „Deine Kleider machen Leute – Nachhaltig, Bio und Fair steht dir und der Erde besser“. Damit soll der Anspruch formuliert werden, dass sich jeder von uns, privat und beruflichfür eine globale Schonung der Ressourcen und für den Klimaschutz engagieren kann.

Kleidung setzt nicht nur Trends oder Statements.Jeder hat beim Einkauf und auch bei der Pflege und Entsorgung Einfluss darauf, ob und wie stark die Umwelt dadurch belastet wird.  Das gilt auch für Unternehmen mit ihrer Arbeitskleidung, betont die Initiative Earth Day.

Jeder kann schon mit kleinen Dingen die Umwelt schützen

„Der Earth Day 2022 zeigt mit seinem Motto Kleidung sehr deutlich, dass jeder seinen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten kann“, sagt Frederik Waller, Geschäftsführer des Versicherungsmarkplatzes bessergrün. „Im Alltag übersehen wir leicht, wie viel es ausmacht, ob und welche neuen Kleidungsstücke wir uns zulegen. Jedem Modetrend zu folgen, kostet unnötig viele Ressourcen“, so Waller.

DieWassermengen, die der Anbau auf konventionellen Baumwollplantagen verschlingt, die Verschmutzung des Wassers bei der Textilfärbung oder der CO2-Ausstoß durch den Transport der Klamotten, sind nur einige Faktoren, die die Umwelt belasten. Aber auch die Arbeitsbedingungen in der Nähindustrie sind oft katastrophal. Die Initiative Earth Day untermauert das konkret mit Zahlen: Für ein Kilogramm Baumwolle aus konventionellem Anbau sind 10.000 Liter Wasser nötig, das Färben eines Kilogramms Garn benötigt weitere 60 Liter. Beinahe 20 Prozent des industriellen Abwassers weltweit entsteht bei der Textilveredelung. Nur 2 Prozent der weltweit produzierten Baumwolle stammt aus Bio-Anbau. Mehr als 30 Prozent des Mikroplastiks, das im Meer landet, stammt von Textilien aus künstlichen Fasern.

Second-Hand wird immer wichtiger

„Wer also bewusster seine Kleidung auswählt, etwa Bio-Baumwolle kauft und auf Siegel wie den grünen Knopf achtet, geht bereits einen Schritt weiter“, meint bessergrün-Geschäftsführer Waller. Besonders ressourcenschonend und damit nachhaltig sei es zudem, den Neukauf einzuschränken. Frederik Waller schlägt vor: „Second-Hand gewinnt nicht nur beim Thema Kleidung an Bedeutung. Vielleicht könnte die nächste Krawatte ein Second-Hand-Stück sein. Oder wie wäre es, das nächste Smartphone oder Tablet als Refurbed-Variante zu kaufen?“

Auch in der Versicherungsbranche hält der nachhaltige Gedanke mehr und mehr Einzug. „Das beginnt im Vermittleralltag damit, nicht alles auszudrucken, zu einem Kunden mit dem Fahrrad zu fahren, oder eine digitale Beratung anzubieten. Auch bienenfreundliche Blumentöpfe auf der Terrasse oder eine Mini-Blumenwiese auf der kleinen Grünfläche vor dem Büro helfen, vor allem in den Städten, der Tierwelt“, so Waller.

bessergrün-Aktion: Fischernetze aus der Nordsee werden zu Socken

Der Marktplatz bessergrün engagiert sich in verschiedenen Umwelt-Projekten. Eines davon hat indirekt ebenfalls mit Kleidung zu tun. Gemeinsam mit der NV Versicherungen und der Tauch.versicherung werden regelmäßig die sogenannten Geisternetze aus der Nordsee gefischt. Sie bilden die Grundlage von Socken. „Diese kaputten Fischernetze, die unsere Meere vermüllen, werden von Tauchern geborgen und später weiterverarbeitet. Die niederländische Firma Healthy Sea Socks etwa stellt daraus Socken her und vertreibt sie“, berichtet Waller.

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Manila Klafack

Manila Klafack ist Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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