Digitalisierung Niedergelassene Ärzte halten nichts von Online-Sprechstunden

 Der Deutsche Ärztetag hat in diesem Jahr den Weg frei gemacht für eine ausschließliche telemedizinische Behandlung. Die Mainzer Kinderchirurgie (Foto) sammelt als Vorreiter in Deutschland schon heute Erfahrungen mit Videosprechstunden. Bislang kann sich nur eine kleine Minderheit der Ärzte mit diesem Konzept anfreunden.
Der Deutsche Ärztetag hat in diesem Jahr den Weg frei gemacht für eine ausschließliche telemedizinische Behandlung. Die Mainzer Kinderchirurgie (Foto) sammelt als Vorreiter in Deutschland schon heute Erfahrungen mit Videosprechstunden. Bislang kann sich nur eine kleine Minderheit der Ärzte mit diesem Konzept anfreunden. © dpa/picture alliance

Bis zum Jahresende muss sich jede Arztpraxis hierzulande an das elektronische Gesundheitsnetz anschließen. So soll beispielsweise die Terminvergabe digitaler und einfacher werden. Doch bisher will jeder vierte Mediziner davon nichts wissen. Große Vorbehalte gibt es auch gegen Online-Sprechstunden: Nur 6 Prozent befürworten diese, wie eine Umfrage des Versicherungsverbandes GDV zeigt.

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Gut jeder vierte niedergelassene Arzt in Deutschland (28 Prozent) will sich bislang nicht an die Telematik-Infrastruktur für Anwendungen der elektronischen Gesundheitskarte anschließen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Versicherungsverbandes GDV unter 200 Arztpraxen. Eigentlich fordert das E-Health-Gesetz einen entsprechenden Anschluss bis zum Jahresende.

Trotzdem nehmen viele Ärzte mögliche Geldstrafen in Kauf, weil sie lieber erst einmal die weitere Entwicklung abwarten wollen, berichtet der GDV. Demnach werden auch Zweifel geäußert, dass das System aktuell funktionsfähig und mit der Datenschutzgrundverordnung vereinbar sei.

Ärzte vermissen bei Online-Sprechstunden den persönlichen Kontakt

Große Skepsis besteht auch im Hinblick auf Online-Sprechstunden. Lediglich 6 Prozent der niedergelassenen Ärzte können sich ein solches Angebot vorstellen, für 89 Prozent kommen Online-Sprechstunden nicht infrage. Ihnen fehle der persönliche Kontakt zu den Patienten (85 Prozent), lautet der Haupteinwand. Drei Viertel (74 Prozent) meinen, dass eine umfassende Diagnose auf digitalem Wege nicht möglich sei. 55 Prozent nannten es hinderlich, dass auf diesem Weg keine Krankschreibung oder Rezepte ausgestellt werden könnten.

Sorge vor Cyber-Kriminalität

Allgemein stehen Ärzte (56 Prozent) und Apotheker (61 Prozent) der Digitalisierung im Gesundheitswesen aber positiv gegenüber. Vor allem die dadurch mögliche beschleunigte und vereinfachte Abrechnung mit Krankenkassen und der bessere Austausch mit den Patienten und anderen Ärzten kommt gut an. Das höhere Risiko von Cyber-Kriminalität und der Schutz der sensiblen Patientendaten machen ihnen indes aber noch Sorgen, so ein weiteres Ergebnis der Umfrage.

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