Digitalisierung Die Mehrheit der Deutschen ist jeden Tag online

Ein Mädchen am Notebook. Bereits ab dem Alter von zehn Jahren nutzen fast alle Deutschen das Internet.
Ein Mädchen am Notebook. Bereits ab dem Alter von zehn Jahren nutzen fast alle Deutschen das Internet. © dpa/picture alliance

Ob einkaufen im Internet oder Online-Banking – die Deutschen nutzen die Möglichkeiten des digitalen Wandels zunehmend. Das birgt aber auch entsprechende Risiken.

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Fast jeder Deutsche im Alter von 10 bis 44 Jahren nutzte im vergangenen Jahr das Internet. In der Altersgruppe 45- bis 64-Jährige sind es 93 Prozent und ab 65 Jahren immerhin noch etwas über jeder Zweite. Im Bundesdurchschnitt sind damit 87 Prozent der Bevölkerung fast jeden Tag im World Wide Web unterwegs.

Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hervor. 77 Prozent der regelmäßigen Internetnutzer kauften in den zwölf Monaten vor der Erhebung online ein. Mehr als zwei Drittel von ihnen shoppte Kleidung und Sportartikel, 53 Prozent bestellten Möbel, Spielzeug und Geschirr und 45 Prozent Bücher, Zeitungen und Zeitschriften.

Zudem erledigen auch zunehmend mehr Deutsche ihre Bankgeschäfte im Netz. 53 Prozent der Bevölkerung zwischen 16 und 74 Jahren nutzte im Jahr 2016 laut Destatis Online-Banking. Das sind 10 Prozentpunkte mehr als 2010 und liegt etwas über dem Durchschnitt in Europa (49 Prozent).

Bereits im Sommer 2017 lautete das zentrale Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom, dass die Deutschen ganz zu Unrecht häufig als Technologiemuffel gelten. Acht von zehn Befragten ab 14 Jahren gaben an, dass sie digitalen Technologien gegenüber positiv gegenüber stehen.

„Die allermeisten Deutschen sind keine Technikmuffel. Es gibt eine große Offenheit in der Bevölkerung gegenüber digitalen Technologien. Das fängt beim Smartphone an und hört bei der Künstlichen Intelligenz, die Stimmungen erkennt und dann passende Musikstücke vorschlägt, nicht auf“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

Dennoch würden viele Menschen die digitale Welt kritisch distanziert betrachten. „Dies hängt nicht mit einer fehlenden Aufgeschlossenheit gegenüber digitalen Technologien zusammen“, so Berg. „Zu viele Menschen meinen vielmehr, den aktuellen Entwicklungen nicht mehr folgen zu können. Unsere Aufgabe ist es, solche Ängste aufzunehmen und die digitale Teilhabe aller zu gewährleisten, nur so können wir das Ziel ‚digital first‘ für Wirtschaft und Gesellschaft erreichen“, ist der Bitkom-Chef überzeugt.

Eine weitere Sorge, die Menschen zum Thema Digitalisierung umtreibt: Nach den Ergebnissen des Ergo Risiko-Reports 2018 befürchtet die Mehrheit der befragten Deutschen vor allem die drei Groß-Risiken Identitätsdiebstahl, Hackerangriffe und Verlust des Datenschutzes. Dass Dritte in ihrem Namen Waren im Internet kaufen befürchten beispielsweise 54 Prozent. Trotzdem nutzen zwei von zehn Umfrageteilnehmern trotz der bekannten Risiken öffentliches WLAN für ihre Bankgeschäfte.

Auch das Thema Mobbing im Internet ist für die Deutschen relevant. Drei von zehn Befragten geben an, hierin eine Gefahr zu sehen. Je höher der Bildungsabschluss, desto seltener wird dieses Risiko aber wahrgenommen: Nur zwei von zehn Deutschen mit einem Doktortitel halten Cyber-Mobbing für ein drängendes Problem.

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