Digitales Hamsterrad Die Sorgen der 30- bis 59-Jährigen

Die Generation der Mitte-30-Jährigen scheint mit ihrem Leben recht zufrieden zu sein. Was sie dennoch bewegt, hat eine aktuelle Studie ermittelt
Die Generation der Mitte-30-Jährigen scheint mit ihrem Leben recht zufrieden zu sein. Was sie dennoch bewegt, hat eine aktuelle Studie ermittelt

Im Alter droht Armut. Technik bestimmt das Leben immer stärker. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auf. Und trotzdem sind die 30- bis 59-Jährigen privat und beruflich zufrieden. Was sie dennoch besorgt.

| , aktualisiert am 11.11.2014 15:10  Drucken

7 Punkte auf einer Skala von 1 bis 10 – so zufrieden sind die 30- bis 59-jährigen Deutschen mit ihrem Leben. Das ist das Ergebnis einer Allensbach-Studie im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Demnach erklären 37 Prozent der Befragten, dass ihre wirtschaftliche Lage besser ist als vor fünf Jahren. Sozial Schwächere derselben Altersgruppe sehen das anders: 5,9 ist ihr durchschnittlicher Zufriedenheits-Wert und fast die Hälfte sieht ihre Situation im Fünf-Jahres-Vergleich verschlechtert.

Was die Gesellschaft beeinflusst? Vor allem der digitale Wandel, denkt die überwiegende Mehrheit der Mittelalten (70 Prozent). Doch wenn es um ihren Digitalkonsum geht, zeigen sich die 30- bis 59-jährigen Deutschen widersprüchlich. Immer, überall und alles im Netz - nur jeder Fünfte (20 Prozent) könnte sich vorstellen, ohne Internet auszukommen. Doch 90 Prozent fürchten dabei Datenmissbrauch. 77 Prozent sorgen sich, dass mit dem Internet das eigene Leben immer stärker überwacht wird.

5-Jahres-Bilanz: mehr Wohlstandsgewinner

Noch ein digitaler Widerspruch? 58 Prozent fühlen Unbehagen, wenn sie beim Online-Shopping oder in sozialen Netzwerken ihre persönlichen Daten preisgeben. Aber: 61 Prozent nehmen an Bonus-Programmen teil.

Digital noch im Hintertreffen: Versicherungen, Geldanlage und Altersvorsorge

Und in einigen Branchen ist digital noch Luft nach oben: Dienstleistungen und Produkte im Bereich Versicherungen nutzen nur 25 Prozent der 30- bis 59-Jährigen. In punkto Geldanlage (16 Prozent) und Altersvorsorge (12 Prozent) sind es sogar noch weniger. Und was beeinflusst die Gesellschaft noch? Der demografische Wandel, also immer mehr Ältere und immer weniger Jüngere, und, dass man immer mehr eigenverantwortlich vorsorgen muss (beide 68 Prozent). Was Letzteres betrifft, sieht die Praxis aber anders aus. Immer weniger Deutsche tun etwas für die private Altersvorsorge, wie das Vermögensbarometer des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands vor Kurzem herausgefunden hat.

Angst vor Armut im Alter

Was das für die Zukunft bedeutet? Vier von fünf Befragten erwarten steigende Rentenbeiträge (82 Prozent) und ein höheres Renteneintrittsalter (83 Prozent). Fast die Hälfte (46 Prozent) sieht die Gefahr, dass die sozialen Sicherungssysteme zusammenbrechen könnten.

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