Die Arbeiterwohlfahrt warnt Fast 80 Prozent der Rentnerinnen leben unter der Armutsgrenze

Seniorentreff: Beim Kaffeekränzchen kommen Rentner gern zusammen. Gerade für Alleinstehende ist das die Chance, nicht den ganzen Tag allein zu sein. Schlimm, wenn die Rente nicht einmal für Kaffee und Kuchen reicht.
Seniorentreff: Beim Kaffeekränzchen kommen Rentner gern zusammen. Gerade für Alleinstehende ist das die Chance, nicht den ganzen Tag allein zu sein. Schlimm, wenn die Rente nicht einmal für Kaffee und Kuchen reicht. © Getty Images

Die Arbeiterwohlfahrt Saarbrücken hat alarmierende Zahlen veröffentlicht. Hiernach wächst die Zahl der verarmten Rentner stetig. Frauen trifft es noch viel härter als Männer.

| , aktualisiert am 21.07.2015 12:10  Drucken
Fast 80 Prozent der Rentnerinnen, die 2013 in den Ruhestand gingen, sind von Armut betroffen und müssen mit weniger als 750 Euro im Monat auskommen. Bei zwei Dritteln von ihnen sind es gar unter 500 Euro. Im Schnitt liege die Rente von Frauen bei mageren 442 Euro, deshalb könnten sich die Betroffenen oft nicht einmal mehr Kaffee und Kuchen beim Seniorentreff leisten. Das berichtet die Saarbrücker Zeitung.

Nicht ganz so schlimm soll es bei den Männern aussehen – von ihnen hat zirka ein Drittel kein ausreichendes Einkommen im Alter. Die Durchschnittsrente liegt bei 999 Euro.

Die Zahlen stammen aus den Ortsvereinen der Arbeiterwohlfahrt Saarbrücken. Der Verband meldet zudem, dass der Andrang in den Kleiderkammern, Notschlafstellen und bei der Tafel ebenfalls zunimmt.

Insgesamt sollen sich im Jahr 2014 im Saarland 18,2 Prozent der etwa 245.000 Rentner unter der Armutsgrenze befunden haben. Der Grund für die wachsende Zahl: Niedriglöhne, geringfügige Beschäftigung und Arbeitslosigkeit. Das Fazit der Awo: „Zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig.“ Die Forderung des Vereins: „Eine grundlegende Reform der Renten- und Arbeitsmarktpolitik.“
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