Klaus Morgenstern ist Sprecher des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). © DIA
  • Von Karen Schmidt
  • 02.07.2020 um 15:46
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Die Einigung der Koalitionsparteien beim Thema Grundrente sieht das Deutsche Institut für Altersvorsorge kritisch. Die Union habe ihre Forderung nach einer soliden Finanzierung des Projekts über den Haufen geworfen, so der Vorwurf.

Dass die Unionsparteien ihren Widerspruch bei der Grundrente aufgegeben haben, hält Klaus Morgenstern, Sprecher des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA), für einen faulen Kompromiss. „Aus Angst, während der parlamentarischen Sommerpause in die Rolle des Verhinderers der Grundrente zu geraten, gibt die CDU nun noch die Forderung nach einer soliden Finanzierung auf“, so Morgenstern.

Und weiter: „Es war schon abenteuerlich genug, der SPD eine Finanzierungslösung abzukaufen, die auf einer Steuer beruhte, die es noch gar nicht gab. Nun erkennen auch die Koalitionspartner an, was seit Monaten auf der Hand lag. Die zur Finanzierung auserkorene Finanztransaktionssteuer ist eine Luftnummer.“

Nicht die Vereinbarung, die Grundrente aus dem allgemeinen Bundeshaushalt zu finanzieren, sei der eigentliche Aufreger. Vielmehr würden die Regierungsparteien Rentenreformen nach dem Prinzip des Kaisers neue Kleider betreiben. „So wie die Finanztransaktionssteuer lange als Finanzgrundlage beschworen wurde, obwohl niemand so recht an sie glaubte, so wurde auch immer wieder beteuert, dass die Grundrente zum 1. Januar 2021 kommt. Obwohl nahezu alle Experten die Umsetzung zu diesem Termin als illusorisch ansahen. Dieses Versprechen wird mit dem Gesetz nun auch einkassiert“, erklärt Morgenstern hinzu. Bestandsrentner müssen länger darauf warten.

Ebenso werde es bei der Anrechnung von Kapitaleinkünften sein. Noch verlange die CDU diese Anrechnung als geschrumpfte Version der ursprünglich vorgesehenen Einkommensüberprüfung. „Irgendwann sehen auch die Regierungsparteien ein, dass der Datenaustausch mit den Finanzämtern wahrscheinlich auch noch nicht bis Ende 2021 funktioniert. Dann lassen sie auch die Anrechnung ganz fallen. Entsprechende Vorschläge geistern schon durch die politische Landschaft.“

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Karen Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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